Christen behaupten, die Wahrheit zu haben und Ihm zu folgen, der die Wahrheit ist (Joh 14,6). In unseren Gesprächen muss deshalb die Wahrheit unser Losungswort sein. Wie viele von uns lassen sich herab, Geschichten mit einer verwerflichen Schräglage zu erzählen, entweder um unseren Punkt nachdrücklicher zu machen oder um uns selbst in einem schmeichelhafteren Licht darzustellen, als die nackten Tatsachen zulassen? Wie viele von uns sagen, wir würden Dinge tun, und drücken sich dann davor, weil es persönlich unbequem ist, es durchzuziehen? Ihr, die ihr mit mir Lehrer und Prediger seid – wie oft schönen wir die Beweise, um einen Punkt zu machen, oder dogmatisieren in Bereichen, in denen wir nichts wissen, in der Hoffnung, dass Dogma unsere Unwissenheit verdeckt? Ich spreche nicht vom ehrlichen Irrtum, sondern von Täuschung.
— D.A. Carson (* 1946), Neutestamentler, Theologieprofessor und Autor
Bibelstelle: JHN.14.6
Themen: Freiheit & Wahrheit, Ethische Fragen
D.A. Carson
Der kanadische Neutestamentler Donald Arthur Carson (* 1946) lehrte über vier Jahrzehnte an der Trinity Evangelical Divinity School in den USA und ist Mitgründer des Netzwerks The Gospel Coalition. Er steht für eine reformiert-baptistische Theologie, biblische Irrtumslosigkeit sowie detaillierte Exegese und trat publizistisch als scharfer Kritiker liberaler und postmodern-relativistischer Strömungen auf. Bibellesern bietet sein Werk fundierte konservative Kommentare und theologische Orientierung, während andere Stimmen seine hermeneutische Unnachgiebigkeit kritisieren.
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