Menschen sind über die Sünden anderer, die sie selbstzufrieden aufdecken und verurteilen, nicht wirklich betrübt. Zu oft scheinen sie sich zu freuen, an einem Nächsten etwas Unschönes entdeckt zu haben, und stürzen sich auf den Makel — wie ein Geier auf das Aas! Wenn schon Kritik geübt wird, dann in tiefem Schmerz um den Freund, dass dieser Fehler in ihm steckt, und in aufrichtigem Verlangen, dass er um seinetwillen verschwinde; und dann soll die Kritik nicht vor aller Ohren geschehen, sondern „zwischen dir und ihm allein“.
— John Miller (1840–1912), Pastor, Autor
Bibelstelle: MAT.18.15
Themen: Demut & Stolz, Schuld & Vergebung, Beziehung & Familie
Anlässe: Zum Nachdenken
John Miller
Hinter dem Eintrag steht der US-amerikanische presbyterianische Pastor und Herausgeber James Russell Miller (1840–1912), der vor allem in Philadelphia wirkte und in manchen Bibelmodulen fälschlich als „John“ geführt wird. Er erlangte durch zahlreiche Andachtsbücher weite Bekanntheit, in denen er eine praktische Frömmigkeit, Sanftmut und die seelsorgerliche Bewältigung von Lebenskrisen betonte. Für heutige Bibelleser bieten seine Texte leicht zugängliche Anregungen zur persönlichen Nachfolge Christi und zur gelebten Nächstenliebe im Alltag.
Alle Zitate von John Miller (10)
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