Jemandem die Gemeindemitgliedschaft zu entziehen ist das, was eine Gemeinde tun muss, wenn das Widerhallen von Gottes Wort im Herzen dieser Person völlig verstummt zu sein scheint. Steht ein Mensch vor der Wahl zwischen dem Gehorsam gegenüber Gottes Wort und einer konkreten Sünde, wählt er die Sünde. Und er zeigt keinerlei Anzeichen, das ändern zu wollen. Es geht dabei natürlich nicht um irgendeine Sünde. Es geht um eine unbereute Sünde. Es ist eine schwerwiegende Sünde. Und es ist eine Sünde, die man mit Augen sehen oder mit Ohren hören kann. Der Herr hat uns nicht die Fähigkeit gegeben, das Herz zu richten, daher sollte eine Gemeinde keine Disziplinierung wegen vermuteter Herzenssünden wie Stolz oder Habgier ausüben. Wir können nur nach der äußeren Frucht urteilen (Mt 3,8; 7,17-20). Aber auf der Grundlage dieser äußeren Frucht muss Disziplinierung geschehen, wenn das Glaubensbekenntnis einer Person zum Evangelium Gottes nicht mehr glaubwürdig erscheint.
— Jonathan Leeman (* 1973), Theologe, Buchautor, Präsident von 9Marks und Ältester
Bibelstelle: MAT.18.15-17
Themen: Kirche & Gemeinde, Schuld & Vergebung, Ethische Fragen
Anlässe: Zum Nachdenken
Jonathan Leeman
Jonathan Leeman (* 1973) ist ein US-amerikanischer Theologe, Buchautor und Präsident des evangelikalen Netzwerks 9Marks. Bekannt ist er für seine Arbeiten zur Ekklesiologie, in denen er verbindliche Gemeindemitgliedschaft, biblische Ältestenschaft und eine differenzierte politische Theologie vertritt. Für Bibelleser bieten seine Veröffentlichungen theologische Anstöße zum Verständnis der lokalen Kirchengemeinde und zum verantwortungsvollen Umgang mit Autorität.
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