Tatsache ist: Niemand ist gegenüber allem tolerant. Toleranz an sich ist ein neutrales Wort. Erst das, wogegen man tolerant ist, macht sie gut oder schlecht. Selbst die, die am lautesten nach Toleranz rufen, beanspruchen für sexuellen Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Rassendiskriminierung null Toleranz – und das zu Recht. Trotz ihrer Behauptung, moralische Relativisten zu sein, haben sie sehr wohl moralische Absolutheiten, und sie sind bereit, für sie zu kämpfen. Sie sind mehr als bereit, am Arbeitsplatz und in Behörden hart gegen die vorzugehen, die diese moralischen Absolutheiten verletzen. Ironischerweise ist die sogenannte Toleranz des säkularen Relativismus ziemlich intolerant gegenüber allen, die seiner Wahrheitsauffassung und seinen weltanschaulichen Festlegungen widersprechen. Zahlreiche Bücher und Aufsätze, aus säkularer wie aus religiöser Sicht, haben die Überheblichkeit und die Heuchelei dieser relativistischen Toleranz offengelegt.
— Alexander Strauch (* 1944), Bibellehrer und Autor
Themen: Freiheit & Wahrheit, Ethische Fragen
Anlässe: Zum Nachdenken
Alexander Strauch
Alexander Strauch (* 1944) ist ein US-amerikanischer evangelikaler Bibellehrer und Autor aus der Tradition der Brüderbewegung, der über vier Jahrzehnte als Ältester in Colorado wirkte. Bekanntheit erlangte er vor allem durch sein Werk „Biblical Eldership“, in dem er für eine kollegiale Gemeindeleitung durch eine Mehrzahl biblisch qualifizierter Ältester plädiert. Während seine Schriften im konservativ-freikirchlichen Raum zur Leiterausbildung herangezogen werden, stößt sein komplementaristischer Ausschluss von Frauen aus Ältestenämtern auf theologische Kritik.
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