Der treue und fleißige Geistliche eines sehr großen und volkreichen Kirchspiels hatte sich über viele Jahre hin angewöhnt, Aufzeichnungen über seine Besuche bei den Leidenden zu führen, mit Anmerkungen über den Ausgang ihrer Krankheit — ob Leben oder Tod — und über den weiteren Lebenswandel derer, die genasen. Er berichtete, dass er in vierzig Jahren mehr als zweitausend Menschen besucht habe, die dem Tode nahe schienen und solche Zeichen der Reue zeigten, dass er gute Hoffnung für ihre ewige Rettung hätte hegen können, wären sie in jenem Augenblick gestorben. Als sie ins Leben und zur Gesundheit zurückkehrten, erwartete er voll Eifer, sie würden Früchte bringen, die der Buße würdig sind. Doch ach! Von den zweitausend zeigten nur zwei Menschen eine bleibende, rettende Veränderung. Die Übrigen vergaßen, sobald die Schrecken der Ewigkeit nicht mehr unmittelbar vor Augen standen, ihre frommen Eindrücke und feierlichen Gelübde und kehrten mit neuer Gier zu ihrer früheren Weltlichkeit und ihren sündigen Wegen zurück — „wie der Hund zu seinem Erbrochenen zurückkehrt und die gewaschene Sau zur Suhle im Schlamm“.
— Gorham Abbott (1807–1874), Geistlicher, Pädagoge und Buchautor
Bibelstelle: 2PE.2.22
Themen: Schuld & Vergebung, Zeit & Vergänglichkeit, Nachfolge & Jüngerschaft
Anlässe: Zum Nachdenken
Alle Zitate von Gorham Abbott (3)
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