Den Menschen das Schlimmste über sich selbst zu sagen, hindert die Bekehrung nicht. Im Gegenteil: Das wahre Hindernis für die Bekehrung ist das Fehlen von Sündenerkenntnis. Die erste Pflicht des Predigers ist es, diese Tatsache anzusprechen, indem er das Gewissen für die Bedeutung der Sünde weckt – der Sünde verstanden nicht nur als falsches Handeln, das Vergebung braucht, sondern als böses Prinzip, das das menschliche Herz beherrscht. Die Erkenntnis des Sünders über seine eigene Unfähigkeit gehört daher zu der Erkenntnis, die ihn verstehen lässt, dass er eine neue Natur braucht.
— Iain Murray (* 1931), Kirchenhistoriker, Pastor und Autor
Themen: Schuld & Vergebung, Gnade & Erlösung
Anlässe: Zum Nachdenken
Iain Murray
Iain Murray (* 1931) ist ein britischer reformierter Pastor, Kirchenhistoriker und Mitbegründer des Verlags Banner of Truth Trust. Er wurde vor allem durch seine Biografien historischer Glaubensgestalten wie Martyn Lloyd-Jones sowie durch seinen Einsatz für das theologische Erbe des Puritanismus und seine Kritik an ökumenischen und charismatischen Strömungen bekannt. Heutigen Bibellesern vermitteln seine Schriften vertiefte Einblicke in die reformierte Erweckungs- und Predigtgeschichte, wenngleich seine Darstellungen mitunter wegen einer stark konfessionell geprägten Perspektive diskutiert werden.
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