Wir wagen es nicht, über die Weise dieser Fürsprache zu spekulieren oder zu dogmatisieren. Es ist ein stummes, unartikuliertes Reden und Bitten. Die Stimme des Blutes Abels wird in einem kühnen Bild dargestellt, als schreie sie vom Erdboden her. Jenes Blut war, das braucht kaum gesagt zu werden, in Wirklichkeit stumm. So ist es zweifellos auch bei unserem göttlichen Fürsprecher. Es mag keine artikulierten Laute geben, keine hörbaren Äußerungen. Er sprengt kein leibliches Blut. Aber das wissen wir: Er hat auf seinen Thron der Fürbitte einen verherrlichten Leib mitgenommen, der noch die sichtbaren Male irdischer Erniedrigung und irdischen Leidens trägt — die bleibenden Denkmäler seines sühnenden Opfers —, so dass von jenem Blut noch immer gesagt werden kann, es habe eine Stimme vor dem Thron: „das Blut der Besprengung, das Besseres redet als das Blut Abels“.
— John MacDuff (1818–1895), Pfarrer, Hymnendichter und Autor christlicher Erbauungsliteratur
Bibelstelle: HEB.12.24
Themen: Gott, Jesus & Heiliger Geist, Gnade & Erlösung
Anlässe: Zum Nachdenken
John MacDuff
John Ross Macduff (1818–1895) war ein schottischer presbyterianischer Pfarrer und Autor, der unter anderem in Glasgow und später in England wirkte. Im 19. Jahrhundert wurde er durch weit verbreitete Andachtsbücher, Gebetssammlungen und Kirchenlieder bekannt, die seelsorglichen Zuspruch und biblische Verheißungen in den Mittelpunkt stellten. Heutigen Bibellesern begegnen seine Schriften als Beispiele protestantischer Erbauungsliteratur, die biblische Texte auf persönliche Lebensfragen und Erfahrungen von Leid beziehen.
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