Wenn Menschen verletzt worden sind, halten sie sich oft für berechtigt, aus Vergeltung alles zu tun, was ihnen einfällt. Sie verlassen die Gemeinde, spalten den Leib, explodieren vor unbeherrschtem Zorn, brechen Beziehungen ab, lügen, hassen und verleumden. Sie rechtfertigen das übelste, sündigste Verhalten mit der schlichten Ausrede: „Aber ich bin doch verletzt worden!“ Die Schrift jedoch verbietet den Geist der Vergeltung, die Heimzahl-Mentalität, die die menschliche Natur plagt, mit dem klaren Gebot: „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem“ (Röm 12,17; 1. Thess 5,15; 1. Petr 3,9). Werden wir beleidigt, sollen wir die Beleidigung nicht erwidern; werden wir angegriffen, sollen wir nicht zurückschlagen; werden wir kritisiert, sollen wir nicht verleumden; werden wir verletzt, sollen wir nicht heimzahlen. Die Schrift verbietet außerdem, persönliche, heimliche Rache zu suchen oder das Recht in die eigene Hand zu nehmen: „Rächt euch nicht selbst, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr“ (Röm 12,19). Es ist Gottes Vorrecht, das Böse zu strafen, und er wird dafür sorgen … Statt Vergeltung zu suchen, sollen Christen „das Böse mit Gutem überwinden“ (Röm 12,21).
— Alexander Strauch (* 1944), Bibellehrer und Autor
Themen: Schuld & Vergebung, Kirche & Gemeinde
Anlässe: Zum Nachdenken
Alexander Strauch
Alexander Strauch (* 1944) ist ein US-amerikanischer evangelikaler Bibellehrer und Autor aus der Tradition der Brüderbewegung, der über vier Jahrzehnte als Ältester in Colorado wirkte. Bekanntheit erlangte er vor allem durch sein Werk „Biblical Eldership“, in dem er für eine kollegiale Gemeindeleitung durch eine Mehrzahl biblisch qualifizierter Ältester plädiert. Während seine Schriften im konservativ-freikirchlichen Raum zur Leiterausbildung herangezogen werden, stößt sein komplementaristischer Ausschluss von Frauen aus Ältestenämtern auf theologische Kritik.
Alle Zitate von Alexander Strauch (32)
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