Woran erkennt man geistlichen Missbrauch in der Leitung? Missbräuchliche Gemeinden und christliche Leiter zeichnen sich charakteristischerweise dadurch aus, dass sie: Dogmatische Vorschriften an Stellen machen, wo die Schrift schweigt. Sich auf Intelligenz, Humor, Charme, Schuldgefühle, Emotionen oder Drohungen verlassen statt auf Gottes Wort und Gebet. Favoriten bevorzugen. Diejenigen bestrafen, die anderer Meinung sind. Extreme Kommunikationsformen anwenden (Jähzorn, Schweigen als Strafe). Handlungen empfehlen, die irgendwie immer die eigene Position des Leiters verbessern, selbst auf Kosten anderer. Selten gute Taten im Verborgenen tun. Selten ermutigen. Selten im Zweifel zugunsten des anderen entscheiden. Äußere Anpassung betonen statt Herzensumkehr. Predigen, beraten und die Gemeinde leiten mit Lippen, die es versäumen, alles in dem zu gründen, was Christus im Evangelium getan hat, und Gott die Ehre zu geben.
— Jonathan Leeman (* 1973), Theologe, Buchautor, Präsident von 9Marks und Ältester
Themen: Kirche & Gemeinde, Ethische Fragen
Anlässe: Zum Nachdenken
Jonathan Leeman
Jonathan Leeman (* 1973) ist ein US-amerikanischer Theologe, Buchautor und Präsident des evangelikalen Netzwerks 9Marks. Bekannt ist er für seine Arbeiten zur Ekklesiologie, in denen er verbindliche Gemeindemitgliedschaft, biblische Ältestenschaft und eine differenzierte politische Theologie vertritt. Für Bibelleser bieten seine Veröffentlichungen theologische Anstöße zum Verständnis der lokalen Kirchengemeinde und zum verantwortungsvollen Umgang mit Autorität.
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