Als ich an der Universität Verachtung und Spott ausgesetzt war, ging ich eines Tages gequält und betrübt mit meinem kleinen Testament in der Hand spazieren. Ich betete ernstlich zu meinem Gott, er möge mich mit einem Trostwort aus seinem Wort stärken, und dass ich beim Aufschlagen des Buches eine Stelle finden möge, die mich aufrechterhält… Der erste Vers, der mir ins Auge sprang, war dieser: »Da trafen sie auf einen Mann aus Zyrene namens Simon; den zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.« Sie wissen, dass Simon derselbe Name wie Simeon ist. Was für eine Belehrung war das – was für ein segensreicher Wink zu meiner Ermutigung! Dass mir das Kreuz auferlegt wurde, damit ich es Jesus nachstrage – was für ein Vorrecht! Es war genug. Nun konnte ich hüpfen und singen vor Freude als jemand, den Jesus damit ehrte, dass er an seinen Leiden teilhaben durfte.

Charles Simeon (1759–1836), Pfarrer

Bibelstelle: MAT.27.32

Themen: Nachfolge & Jüngerschaft, Bibel & Wort Gottes, Freude & Dankbarkeit

Anlässe: Ermutigung, Zum Nachdenken

Charles Simeon

Charles Simeon (1759–1836) war ein englischer anglikanischer Geistlicher und Fellow am King’s College, der über fünf Jahrzehnte an der Holy Trinity Church in Cambridge wirkte. Er prägte den evangelikalen Aufbruch maßgeblich durch sein 21-bändiges Predigtwerk „Horae Homileticae“ und etablierte gegen jahrelangen universitären und gemeindlichen Widerstand die fortlaufende Auslegungspredigt. Für Bibelleser heute steht sein Ansatz für eine konsequente Schriftauslegung, die theologische Spannungen aushält, anstatt biblische Texte in vorgefasste dogmatische Systeme zu zwingen.

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