Wie das Messiastum Christi zwei Phasen umfasste, ein Kommen in Niedrigkeit, um zu leiden und zu sterben, und ein Kommen in Macht und Herrlichkeit, um zu herrschen, so soll sich das Reich in zwei Bereichen zeigen: dem gegenwärtigen Bereich der Gerechtigkeit oder des Heils, in dem Menschen das Reich annehmen oder ablehnen können, und dem zukünftigen Bereich, in dem die Kräfte des Reiches in sichtbarer Herrlichkeit offenbar werden. Der erste wurde in unbedeutenden Anfängen ohne äußere Zurschaustellung eingeleitet, und diejenigen, die ihn annehmen, sollen bis zur Vollendung mit denen zusammenleben, die ihn ablehnen. Dann wird das Reich in einer mächtigen Offenbarung von Kraft und Herrlichkeit enthüllt werden. Gottes Reich wird kommen; und der Endzustand wird die vollkommene Verwirklichung des Willens Gottes überall und für immer bezeugen.

George Eldon Ladd (1911–1982), Professor für Neues Testament und Theologe

Themen: Ewigkeit & Hoffnung über den Tod, Gott, Jesus & Heiliger Geist

George Eldon Ladd

George Eldon Ladd (1911–1982) war ein US-amerikanischer baptistischer Theologe und lehrte von 1950 bis 1980 als Professor für Neues Testament am Fuller Theological Seminary in Kalifornien. Er prägte im evangelikalen Raum das Konzept der inaugurierten Eschatologie, die das Reich Gottes als „schon jetzt, aber noch nicht vollendet“ versteht, und grenzte sich dabei scharf vom Dispensationalismus ab. Für Bibelleser bietet seine heilsgeschichtliche Theologie bis heute ein weit verbreitetes exegetisches Referenzmodell zum Verständnis neutestamentlicher Reich-Gottes-Texte.

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