Zitate von Anselm von Canterbury
Anselm von Canterbury (1033–1109) — Theologe, Erzbischof · Katholisch · England
Anselm von Canterbury (1033–1109) war ein aus Italien stammender Benediktinermönch, katholischer Theologe und Erzbischof von Canterbury, der als Mitbegründer der Frühscholastik gilt. Er prägte das Programm eines Glaubens, der nach rationaler Einsicht strebt („fides quaerens intellectum“), und formulierte den ontologischen Gottesbeweis sowie die Lehre von der stellvertretenden Genugtuung Christi. Für Bibelleser bleibt sein Werk ein klassischer Bezugspunkt für das theologische Verständnis der Versöhnung, auch wenn seine an mittelalterlichen Rechts- und Ehrbegriffen orientierte Argumentation bis heute kontrovers diskutiert wird.
Epoche: Mittelalter
Wiederkehrende Themen: Gott, Jesus & Heiliger Geist, Gnade & Erlösung, Glaube & Vertrauen, Gebet & Stille, Zweifel & Anfragen, Schuld & Vergebung, Freude & Dankbarkeit, Bibel & Wort Gottes
Zitate von Anselm von Canterbury
O Herr, unser Gott, schenke uns die Gnade, dich von ganzem Herzen zu verlangen; dass wir dich im Verlangen suchen und im Suchen finden mögen; und dich findend lieben mögen; und dich liebend jene Sünden hassen mögen, von denen du uns erlöst hast.
Anselm von Canterbury
Ich bete, o Gott, dass ich dich erkenne, dass ich dich liebe, damit ich mich an dir erfreue. Und wenn ich dies in diesem Leben nicht in Fülle tun kann, so lass mich wenigstens von Tag zu Tag voranschreiten, bis diese Freude zur Fülle gelangt.
Anselm von Canterbury
Die Schuld war so groß, dass sie zwar der Mensch allein schuldete, aber nur Gott sie bezahlen konnte.
Anselm von Canterbury
Der Glaube lässt uns begreifen, dass es etwas Unbegreifliches gibt.
Anselm von Canterbury
Denn ich suche nicht zu verstehen, um zu glauben, sondern ich glaube, um zu verstehen; denn ich glaube auch dies: Wenn ich nicht glaube, kann ich nicht verstehen.
Anselm von Canterbury
Nichts ist gewisser als der Tod - nichts ist ungewisser als seine Stunde.
Anselm von Canterbury
Nur wer ernsthaft darüber nachgedacht hat, wie schwer das Kreuz ist, kann begreifen, wie schwer die Sünde wiegt.
Anselm von Canterbury
Und wenn der Mensch nicht zugelassen werden kann, ohne dass zuvor die besagte Genugtuung für die Sünde geleistet wird, muss sie notwendigerweise jemand leisten, der sowohl Gott als auch Mensch ist.
Anselm von Canterbury
Gott ist das, wovon etwas Größeres nicht gedacht werden kann.
Anselm von Canterbury
Es wäre nicht recht gewesen, die Wiederherstellung der menschlichen Natur ungeschehen zu lassen … und sie konnte nicht geschehen, wenn nicht der Mensch bezahlte, was Gott für die Sünde geschuldet war. Aber die Schuld war so groß, dass sie zwar der Mensch allein schuldete, aber nur Gott sie bezahlen konnte, sodass dieselbe Person sowohl Mensch als auch Gott sein musste. Daher war es notwendig, dass Gott die Menschheit in die Einheit seiner Person aufnahm, damit derjenige, der in seiner eigenen Natur bezahlen sollte und nicht konnte, in einer Person sei, die es konnte … Das Leben dieses Menschen war so erhaben, so kostbar, dass es ausreichen kann, die Schuld für die Sünden der ganzen Welt und unendlich viel mehr zu bezahlen.
Anselm von Canterbury
Wohlan nun, Menschlein, entfliehe für eine kleine Weile deinen Geschäften; verbirg dich für einen Augenblick vor deinen unruhigen Gedanken. Wirf jetzt deine lästigen Sorgen ab und lege deine mühevollen Beschäftigungen beiseite. Nimm dir ein wenig Zeit für Gott und ruhe ein wenig in ihm. Tritt ein in das Stübchen deines Geistes, schließe alles aus außer Gott und dem, was dir hilft, ihn zu suchen, und wenn du die Tür geschlossen hast, suche ihn. Sprich nun, mein ganzes Herz, sprich nun zu Gott: „Ich suche dein Angesicht; dein Angesicht, Herr, suche ich.“
Anselm von Canterbury
Gott ist das Vollkommenste, was es gibt; da ein Gott, der bloß gedacht wäre und nicht existierte, weniger vollkommen wäre als ein Gott, den es gibt, muss also Gott existieren.
Anselm von Canterbury
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