Zitate von J.C. Philpot

J.C. Philpot (1802–1869) — Prediger · Baptistisch · England

Joseph Charles Philpot (1802–1869) war ein englischer Theologe und Prediger, der nach seinem Austritt aus der anglikanischen Staatskirche als Pastor der Strict Baptists und langjähriger Redakteur der Zeitschrift „The Gospel Standard“ wirkte. Er stand für einen kompromisslosen Calvinismus sowie eine erfahrungsbezogene Glaubenspraxis, die persönliche Anfechtungen und den Trost durch Gottes souveräne Gnade betonte. Heutigen Bibellesern bieten seine Auslegungen und Andachtstexte eine seelsorgerlich ausgerichtete Orientierung für Phasen geistlicher Krisen und Prüfungen.

Epoche: Erweckung & 19. Jahrhundert

Wiederkehrende Themen: Schuld & Vergebung, Gott, Jesus & Heiliger Geist, Demut & Stolz, Gnade & Erlösung, Weisheit & Erkenntnis, Versuchung & Kampf, Bibel & Wort Gottes, Arbeit & Berufung

Zitate von J.C. Philpot

Es war absolut notwendig, dass entweder der Sünder selbst oder ein Stellvertreter die Strafe erlitt. Jesus wurde dieser Stellvertreter; er trat an die Stelle des Sünders und erlitt in seinem heiligen Leib und seiner Seele die ihm gebührende Strafe; denn er wurde den Übeltätern gleichgestellt.

J.C. Philpot

Werke begnadeter Autoren üben ihren eigenen Dienst aus, der parallel zu dem der Kanzel verläuft: Sie dringen an Orte vor, wohin die Stimme des Predigers nicht reicht, und stehen uns jederzeit stil als treueste Freunde und weiseste Ratgeber zur Verfügung, die uns ohne Furcht und Schmeichelei die Wahrheit sagen.

J.C. Philpot

Unsere Herzen sind unheilbar stolz. Wenn es eine Sünde gibt, die Gott mehr hasst als jede andere und der er sich mehr entgegenstellt, dann ist es die Sünde des Stolzes. Wie Unkraut auf einem Misthaufen wuchert der Stolz in manchen Böden besonders üppig, zumal wenn er gut gedüngt wird durch Rang, Reichtum, Lob, Schmeichelei, unsere eigene Unwissenheit und die Unwissenheit anderer. Wir alle haben den Stolz von unserem gefallenen Stammvater Adam geerbt, der ihn vom Satan hatte, jenem „König über alle Söhne des Stolzes“. Vielleicht haben gerade die, die meinen, sie besäßen am wenigsten Stolz, und sich mit erstaunlicher Selbstbewunderung für die demütigsten aller Sterblichen halten, mehr Stolz als jene, die ihn spüren und bekennen. Bei ihnen liegt er womöglich nur tiefer verborgen in den dunklen Winkeln ihres fleischlichen Sinnes.

J.C. Philpot

Da Gott alle Herzen sieht und jede Regung des Hochmuts kennt, ob wir sie sehen oder nicht, ist es seine Absicht, uns zu demütigen! Wenn ich auf mein Leben zurückblicke und all meine Sünden sehe, all meine Torheiten, all mein Straucheln, all mein Fallen, dann bezeugt mein Gewissen die vielen Dinge, die ich gedacht, gesagt und getan habe, die meine Seele betrüben, mich vor Gott den Kopf senken lassen, meinen Mund in den Staub legen und mich meine Sünden vor ihm bekennen lassen. Wenn ich meine eigene übergroße Sündhaftigkeit der Größe Gottes gegenüberstelle, seiner Majestät, seiner Heiligkeit, seiner Reinheit … dann falle ich demütig und gebeugt vor ihm nieder, ich lege meinen Mund in den Staub, ich erkenne an: Ich bin verwerflich. ‚Ich bin nichts als Staub und Asche.' (Abraham) ‚Siehe, ich bin zu gering!' (Hiob) ‚Weh mir, ich vergehe!' (Jesaja) ‚Ich bin ein sündiger Mensch!' (Petrus)

J.C. Philpot

Gottgefällige Traurigkeit entspringt dem Blick auf einen leidenden Erlöser und offenbart sich im Hassen des eigenen Ichs, im Abscheu vor der Sünde, im Seufzen über unsere Rückfälle, in Seelenschmerz darüber, so oft von unseren Begierden und Leidenschaften verstrickt zu werden; sie geht einher mit Weichheit, dem Schmelzen des Herzens, dem Überfließen von Liebe zum Erlöser, Entrüstung gegen uns selbst und dem sehnlichen Wunsch, nie wieder zu sündigen.

J.C. Philpot

Das Kreuz war der Ort, an dem dieses Opfer gebracht wurde; denn wie das Blut des geschlachteten Lammes am Fuß des Altars ausgegossen, auf seine Hörner gesprengt und in seinem ewig währenden Feuer verbrannt wurde, so vergoss unser segensreicher Herr sein Blut am Kreuz. Er erlitt dort den Zorn Gottes bis zum Äußersten; er schaffte dort die Sünde ab durch das Opfer seiner selbst; er brachte dort seine heilige Seele und seinen Leib, die Gesamtheit seiner reinen und heiligen Menschheit, in Vereinigung mit seiner ewigen Gottheit dar als Sühnopfer für die Sünden seines Volkes.

J.C. Philpot

Diejenigen, die Gott zu dem Werk beruft, entkleidet und entleert er gewöhnlich so sehr, er bricht sie nieder, demütigt und erniedrigt sie, zeigt ihnen, was der Dienst ist und wie unfähig sie dafür sind –, dass sie vor einer so schweren und wichtigen Aufgabe zurückschrecken und kaum davon überzeugt werden können, dass sie dazu berufen sind. Wir brauchen kaum zu erwähnen, wie sehr sich dies von dem vordrängenden, kühnen, wenn nicht gar anmaßenden Geist unterscheidet, den so viele in ihrem ehrgeizigen Streben an den Tag legen, sich fast gewaltsam ihren Weg auf die Kanzel zu bahnen.

J.C. Philpot

Satan ist so hinterlistig, seine Helfershelfer umgeben uns so sehr, ihre Absichten sind so maskiert, ihre Sprache so plausibel, ihre Manieren so einnehmend, ihr Erscheinungsbild oft so imposant, ihre Argumente so subtil, ihre Aktivität so unermüdlich, ihre Einsicht in unsere Schwächen so scharf, ihre Feindschaft gegen Christus und sein Evangelium so unversöhnlich, ihr Mangel an jedem Prinzip und jeder Ehrlichkeit so gründlich, dass sich das Netz um uns zuziehen kann, bevor wir den geringsten Verdacht haben, dass diese höllischen Pläne gegen uns gerichtet sind!

J.C. Philpot

Belege: oxforddnb.com, theopedia.com, gospelstandard.org.uk, baptists.net

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