Zitate von John Reisinger

John Reisinger (1924–2018) — Pastor und theologischer Autor · baptistisch / reformatorisch · USA

John G. Reisinger (1924–2018) war ein US-amerikanischer baptistischer Pastor, Evangelist und theologischer Autor. Er gilt als maßgeblicher Begründer der „Theologie des Neuen Bundes“, die das mosaische Gesetz als in Christus vollständig erfüllt und abgelöst ansieht, wofür er von Vertretern traditioneller Bundestheologie und des Dispensationalismus kritisiert wurde. Für Bibelleser bietet sein Werk pointierte Zugänge zur Debatte über das Verhältnis von Altem und Neuem Testament sowie von Gesetz und Gnade.

Epoche: Gegenwart

Wiederkehrende Themen: Freiheit & Wahrheit, Weisheit & Erkenntnis, Bibel & Wort Gottes, Gnade & Erlösung, Schuld & Vergebung

Zitate von John Reisinger

Das Gewissen kann und darf uns nicht sagen, was richtig oder falsch ist. Das ist die Aufgabe der Eltern, der Gesellschaft, der Bildung und für den Christen der Bibel. Alle Menschen haben ein Gewissen, aber das Gesetz, nach dem ein bestimmtes Gewissen bestimmte Handlungen oder Absichten anklagt oder entlastet, ist je nach Umgebung und Herkunft des Einzelnen sehr unterschiedlich. Je höher der Maßstab ist, an dem das Gewissen geschult wird, desto mehr wird das Gewissen ‚anklagen‘. Wird das Gewissen am Gesetz Gottes geschult, kann es niemals vollständig zustimmen, da dieses Gesetz sündenlose Vollkommenheit fordert.

John Reisinger

Das Gewissen ist kein Gesetzgeber. Es lehrt uns nicht, was richtig und falsch ist. Es fungiert als Richter, der das Gesetz anwendet, das ihm gegeben wurde. Das Gewissen ist kein unfehlbar sicherer Führer, denn es kann darauf trainiert werden, falschen Maßstäben zu folgen. Manche Menschen können die schrecklichsten Taten begehen und dabei das Gefühl haben, das Richtige zu tun (Johannes 16,1–3).

John Reisinger

Gesetzlichkeit … beschreibt nicht die Haltung eines Christen, der aufrichtig versucht, Gott zu gefallen, dabei aber das Gesetz als Mittel zu diesem Zweck nutzt. Ein aufrichtiger Wunsch, Gott zu gefallen, ist keine Gesetzlichkeit. Er führt auch nicht dazu. Gesetzlichkeit entsteht durch den tatsächlichen Missbrauch des Gesetzes. Gesetzlichkeit mindert auch in keiner Weise die Güte des Gesetzes. Es gibt nichts Falsches an Gottes heiligem Gesetz. Wehe dem, der das heilige Gesetz herabwürdigt, das Gott mit seinem Finger auf Stein geschrieben hat.

John Reisinger

Das Gesetz… ist nicht für den Gerechten da. Gerechtigkeit kommt durch den Glauben, nicht durch das Erfüllen von Werken des Gesetzes. Deshalb ist es falsch, das Gesetz zu unserem »Retter oder Richter« zu machen, wie Bunyan bekräftigte. Es ist jedoch nicht falsch für uns, zuzulassen, dass das Gesetz »unseren Verstand unterweist«, solange wir diese Unterweisung durch den Neuen Bund filtern. Der endgültige, maßgebliche Maßstab, der jede Wahrheit oder jedes Gesetz für das Kind Gottes bestätigt, ist das Evangelium.

John Reisinger

Belege: legacy.com, faith.edu, salvationbygrace.org, allthingsnewcovenant.com

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