Zitate von Miroslav Volf

Miroslav Volf (* 1956) — Systematischer Theologe, Universitätsprofessor und Autor · Protestantisch (Anglikanisch / Episkopal, freikirchlich geprägt) · Kroatien / USA

Miroslav Volf (* 1956) ist ein aus Kroatien stammender evangelischer Theologe und Professor für Systematische Theologie an der Yale Divinity School in den USA. Bekannt wurde er durch sein vor dem Hintergrund der Jugoslawienkriege verfasstes Werk „Ausschluss und Umarmung“ sowie seine Arbeiten zu Versöhnung und Vergebung, wobei seine Positionen zum christlich-islamischen Dialog konservativ-evangelikale Kritik auslösten. Bibellesern bietet seine Theologie fundierte Impulse für gelebte Feindesliebe, den Umgang mit Schuld und das Zeugnis der Versöhnung in polarisierten Gesellschaften.

Epoche: Gegenwart

Wiederkehrende Themen: Gott, Jesus & Heiliger Geist, Gerechtigkeit & Einsatz, Ethische Fragen, Schuld & Vergebung, Glaube & Vertrauen, Gnade & Erlösung, Demut & Stolz, Liebe

Zitate von Miroslav Volf

Vergebung scheitert, weil ich den Feind aus der Gemeinschaft der Menschen und mich selbst aus der Gemeinschaft der Sünder ausschließe.

Miroslav Volf

Gott etwas zu geben bedeutet, aus Gottes rechter Hand zu nehmen und genau dasselbe wieder in Gottes linke Hand zu legen.

Miroslav Volf

Das Prinzip lässt sich nicht leugnen: Je heftiger der Kampf gegen das Unrecht ist, das man erleidet, desto blinder wird man für das Unrecht, das man zufügt. Wir neigen dazu, das vermutete Unrecht unserer Feinde in eine unerschütterliche Überzeugung vom eigenen Rechtsein zu übersetzen.

Miroslav Volf

Glaube ist die Art und Weise, wie wir uns als Empfänger angemessen auf Gott als den Geber beziehen. Er ist leere Hände, offengehalten, damit Gott sie fülle.

Miroslav Volf

Damit der christliche Glaube in der Welt nicht untätig bleibt, muss die Arbeit von Ärzten und Müllwerkern, von Führungskräften und Künstlern, von Müttern oder Vätern zu Hause und von Wissenschaftlern in Gottes Geschichte mit der Welt eingefügt werden.

Miroslav Volf

Gott gibt nicht, um zu erwerben. Gott liebt ohne Eigennutz; das liegt im innersten Wesen dessen, wer Gott ist. Gott gibt zum Wohl der anderen.

Miroslav Volf

Der Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Vergebung: Gerecht sein heißt, das Vergehen zu verurteilen und wegen des Vergehens auch den Täter zu verurteilen. Vergeben heißt, das Vergehen zu verurteilen, aber den Täter zu verschonen. Das ist es, was der vergebende Gott tut.

Miroslav Volf

Weil der christliche Gott kein einsamer Gott ist, sondern eine Gemeinschaft dreier Personen, führt der Glaube die Menschen in die göttliche Gemeinschaft.

Miroslav Volf

Der wahre Gott gibt, damit wir freudige Geber werden und nicht bloß selbstbezogene Empfänger.

Miroslav Volf

Was auch immer die Gründe sein mögen: Wenn Vergebung geschieht, ist sie immer ein Wunder der Gnade. Die Hindernisse auf ihrem Weg sind immens.

Miroslav Volf

Indem Jesus die Ausgestoßenen umarmte, unterstrich er die Sündhaftigkeit der Personen und Systeme, die sie ausgestoßen hatten.

Miroslav Volf

Liebe, richtig verstanden, ist Gott, der Quell aller Schöpfung und das letztendliche Ziel allen Begehrens; Gott, richtig verstanden, ist Liebe.

Miroslav Volf

Die Praxis der Gewaltlosigkeit erfordert den Glauben an eine göttliche Vergeltung.

Miroslav Volf

Christus ist nicht mit einem Bauplan für politische Ordnungen gekommen; viele Arten politischer Ordnungen sind mit dem christlichen Glauben vereinbar.

Miroslav Volf

Unwissend darüber, dass unsere Kultur unseren Glauben untergraben hat, verlieren wir den Ort, von dem aus wir unsere eigene Kultur beurteilen können.

Miroslav Volf

Absolute Gastfreundschaft würde keineswegs der Abwesenheit von Gewalt gleichkommen. Im Gegenteil, sie würde die Gewalt gerade unter dem Deckmantel der Gewaltlosigkeit inthronisieren, weil sie die Täter unverändert und die Folgen der Gewalt ungeheilt ließe.

Miroslav Volf

Sünde ist hier jene Art von Reinheit, die die Welt vom Anderen gereinigt sehen will, statt das Herz von dem Bösen zu reinigen, das Menschen vertreibt, indem es die Reinen für unrein erklärt und sich weigert, Unreinen zur Reinheit zu verhelfen.

Miroslav Volf

Das Heilmittel gegen christliche Gewalt ist nicht weniger christlicher Glaube, sondern, in einem sorgfältig bestimmten Sinn, mehr christlicher Glaube. Ich meine damit natürlich nicht, dass das Heilmittel gegen Gewalt in gesteigertem religiösem Eifer liegt; blinder religiöser Eifer ist Teil des Problems.

Miroslav Volf

Belege: gettysburg.edu, thegospelcoalition.org, stephenmcalpine.com, firstthings.com

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