Zitate von Simone Weil
Simone Weil (1909–1943) — Philosophin · keine · Frankreich
Simone Weil war eine französische Philosophin, Sozialaktivistin und christliche Mystikerin, die in den 1930er-Jahren in Frankreich und zuletzt im Londoner Exil wirkte. Sie steht für ein Denken der radikalen Selbstentäußerung, des Mitleidens und der ungeteilten Aufmerksamkeit, während ihre polemische Ablehnung des Alten Testaments und des Judentums bis heute scharf kritisiert wird. Heutigen Bibellesern begegnet sie als Grenzgängerin, die Fragen nach Kreuz, Gnade und menschlichem Unglück mit existenziellem Ernst außerhalb kirchlicher Dogmatik durchdringt.
Epoche: 20. Jahrhundert
Wiederkehrende Themen: Ethische Fragen, Weisheit & Erkenntnis, Sinn & Identität, Gerechtigkeit & Einsatz, Liebe, Freiheit & Wahrheit, Leid & die Frage nach Gott, Demut & Stolz
Zitate von Simone Weil
Aufmerksamkeit auf ihrer höchsten Stufe ist dasselbe wie das Gebet. Sie setzt Glauben und Liebe voraus.
Simone Weil
Die Liebe ist kein Trost, sie ist Licht.
Simone Weil
Einen Fremden wie sich selbst zu lieben, beinhaltet als Gegenstück: sich selbst wie einen Fremden zu lieben.
Simone Weil
Das Wort Revolution ist ein Wort, für das man tötet, für das man stirbt, für das man die Volksmassen in den Tod schickt, das aber keinerlei Inhalt hat.
Simone Weil
Es gibt keine Wahl der Heilmittel. Es gibt nur eines. Eine einzige Sache macht die Monotonie erträglich: ein Licht der Ewigkeit; es ist die Schönheit.
Simone Weil
Unter den Menschen erkennt man die Existenz nur jener vollkommen an, die man liebt.
Simone Weil
Rein zu lieben heißt, in die Distanz einzuwilligen, es heißt, die Distanz zwischen sich und dem Geliebten anzubeten.
Simone Weil
Die Erkenntnis des menschlichen Elends fällt dem Reichen, dem Mächtigen schwer, weil er fast unüberwindlich dazu neigt zu glauben, er sei etwas.
Simone Weil
Der aufgeklärte gute Wille der als Individuen handelnden Menschen ist das einzig mögliche Prinzip des gesellschaftlichen Fortschritts.
Simone Weil
Die Dinge spielen die Rolle der Menschen, die Menschen spielen die Rolle der Dinge; das ist die Wurzel des Bösen.
Simone Weil
Das Unglück zwingt dazu, als real anzuerkennen, was man nicht für möglich hält.
Simone Weil
Wir wissen mittels des Verstandes, dass das, was der Verstand nicht begreift, wirklicher ist als das, was er begreift.
Simone Weil
Niemals und unter keinen Umständen werde ich einwilligen, für einen meiner Mitmenschen, wer immer er sei, als annehmbar zu beurteilen, was ich für mich selbst als moralisch unerträglich erachte.
Simone Weil
Die Zeit ist ein Bild der Ewigkeit, aber sie ist auch ein Ersatz für die Ewigkeit.
Simone Weil
Gott kann in der Schöpfung nur in Form der Abwesenheit gegenwärtig sein.
Simone Weil
Die Demokratie, die Macht der Mehrheit, sind keine Güter. Sie sind Mittel zum Guten, zu Recht oder zu Unrecht als wirksam erachtet.
Simone Weil
Parteien sind Organismen, die öffentlich und offiziell so beschaffen sind, dass sie in den Seelen den Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit töten.
Simone Weil
Ein Kriterium des Realen ist, dass es hart und rau ist. Man findet darin Freuden, nicht Annehmlichkeit. Was angenehm ist, ist Träumerei.
Simone Weil
Es ist eine große Gefahr, Gott so zu lieben, wie ein Spieler das Spiel liebt.
Simone Weil
Versuchen, Fehlern durch Aufmerksamkeit abzuhelfen und nicht durch den Willen.
Simone Weil
Seit diesem Tag schäme ich mich für mein Land. Seit diesem Tag kann ich keinem Indochinesen, keinem Algerier, keinem Marokkaner begegnen, ohne ihn um Verzeihung bitten zu wollen.
Simone Weil
Die Liebe ist ein Zeichen unseres Elends. Gott kann nur sich selbst lieben. Wir können nur ein Anderes lieben.
Simone Weil
Ein Mensch, der allein im Universum wäre, hätte keinerlei Rechte, sondern nur Pflichten.
Simone Weil
Ich darf mein Leiden nicht lieben, weil es nützlich ist, sondern weil es ist.
Simone Weil
Die Menschen an der Macht stets als gefährliche Dinge betrachten.
Simone Weil
Das Schöne ist das Notwendige, das, indem es seinem eigenen Gesetz und ihm allein gemäß bleibt, dem Guten gehorcht.
Simone Weil
Ich würde gerne dieses Postulat vorschlagen: Man ist den Schwachen gegenüber immer barbarisch.
Simone Weil
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