Zitate von Thomas Boston
Thomas Boston (1676–1732) — Pastor · Presbyterianisch · Schottland
Thomas Boston (1676–1732) war ein schottischer presbyterianischer Pfarrer und Theologe, der vor allem in der Gemeinde Ettrick wirkte. Bekanntheit erlangte er durch geistliche Schriften wie „Human Nature in Its Fourfold State“ sowie seinen Einsatz im Marrow-Streit für das unbedingte, freie Gnadenangebot des Evangeliums. Für heutige Bibelleser steht sein Werk für eine reformierte Bundestheologie und Seelsorge, die den Umgang mit persönlichen Lebensprüfungen eng mit dem Trost der göttlichen Gnade verknüpft.
Epoche: Erweckung & 19. Jahrhundert
Wiederkehrende Themen: Gott, Jesus & Heiliger Geist, Führung & Gottes Wille, Gnade & Erlösung, Glaube & Vertrauen, Weisheit & Erkenntnis, Nachfolge & Jüngerschaft, Leid & die Frage nach Gott, Schuld & Vergebung
Zitate von Thomas Boston
In unserer Erlösung durch Christus haben wir die vollkommenste, klarste und beglückendste Offenbarung der Herrlichkeit Gottes, die es in diesem Leben je gab oder geben wird. Alle Bezeugungen seiner Herrlichkeit in den Werken der Schöpfung und der allgemeinen Vorsehung sind im Vergleich dazu nur blass und dunkel. Die Herrlichkeit seiner Weisheit, Macht und Güte zeigt sich zwar deutlicher in den Werken der Schöpfung – aber die Herrlichkeit seiner Barmherzigkeit und Liebe hätte ohne einen Erlöser unter einer ewigen Finsternis gelegen.
Thomas Boston
Denn wie die Sonne ihre Strahlen auf einen Misthaufen wirft und dennoch keineswegs davon verunreinigt wird, so beschließt Gott die Zulassung der Sünde… und ist doch nicht der Urheber der Sünde.
Thomas Boston
Bedrängnis entsteht nicht aus dem Staub und kommt den Menschen nicht durch Zufall zu; sondern es ist der Herr, der sie sendet, und wir sollten seine Hand darin anerkennen und ehren.
Thomas Boston
Auch zeigt sich die Herrlichkeit eines Attributs in einem Werk mehr als in einem anderen: In manchen Dingen ist mehr von seiner Güte zu sehen, in anderen mehr von seiner Weisheit, und in wieder anderen mehr von seiner Macht. Aber im Werk der Erlösung leuchten alle seine Vollkommenheiten und Herrlichkeiten in ihrem größten Glanz.
Thomas Boston
Bedenke das Ziel der Ratschlüsse Gottes – und das ist kein anderes als seine eigene Herrlichkeit. Jeder vernünftige Handelnde handelt zu einem Ziel; und da Gott der vollkommenste Handelnde ist und seine Herrlichkeit das höchste Ziel, kann kein Zweifel bestehen, dass alle seine Ratschlüsse auf dieses Ziel gerichtet sind. ‚Denn von ihm sind alle Dinge‘ (Röm 11,36).
Thomas Boston
Wie Gott das Ziel beschlossen hat, so hat er auch die Mittel beschlossen, die zur Erreichung dieses Zieles angemessen sind; diese beiden dürfen also nicht getrennt werden.
Thomas Boston
Hat Gott alles beschlossen, was geschieht? Dann geschieht nichts durch Zufall, noch dürfen wir das, was uns begegnet, Glück oder Schicksal zuschreiben. Es gibt viele Ereignisse in der Welt, die Menschen als bloßen Zufall ansehen, doch all diese geschehen durch den Ratschluss und die Bestimmung des Himmels.
Thomas Boston
Vergeblich werdet ihr fasten und vorgeben, wegen eurer Sünden gedemütigt zu sein, und sie bekennen, wenn sich eure Liebe zur Sünde nicht in Hass verwandelt, euer Gefallen an ihr nicht in Abscheu und euer Anhangen an sie nicht in das Verlangen, sie loszuwerden – mit dem festen Vorsatz, ihren Regungen in eurem Herzen und ihren Ausbrüchen in eurem Leben zu widerstehen; und wenn wir uns nicht zu Gott als unserem rechtmäßigen Herrn und Meister bekehren und zu unserer Pflicht zurückkehren.
Thomas Boston
Es ist unsere Pflicht, auf Gottes Gebote zu sehen und nicht auf seine Beschlüsse; auf unsere eigene Pflicht und nicht auf seine Ratschlüsse. Die Beschlüsse Gottes sind ein gewaltiger Ozean, in den viele vielleicht aus Neugier hineingeblickt haben – zu ihrem eigenen Schrecken und zur Verzweiflung; aber wenige oder keine haben je zu ihrem eigenen Nutzen und zur Genugtuung hineingeblickt.
Thomas Boston
Unsere Erwählung steht nicht namentlich im Wort Gottes geschrieben; wohl aber ist unsere Pflicht dort klar niedergelegt. Wenn Menschen gewissenhaft ihre Pflicht tun, ist das der Weg, zur Gewissheit ihrer Erwählung zu gelangen. Man sollte daher nicht fragen, ob man erwählt ist oder nicht, sondern zuerst an Christus glauben und sich fleißig bemühen, das Heil auszuwirken. Sind die Werke gut und der Gehorsam echt, gelangt man dadurch zur gewissen Erkenntnis, zum ewigen Leben erwählt zu sein.
Thomas Boston
Die Eigenschaften von Gottes Ratschlüssen: 1. Sie sind ewig. Gott fasst keine Beschlüsse in der Zeit, sondern sie waren alle von Ewigkeit her. Wären die göttlichen Beschlüsse nicht ewig, so wäre Gott nicht vollkommen und unwandelbar, sondern müsste wie der schwache Mensch neue Entschlüsse fassen. 2. Sie sind überaus weise. Gott beratschlagt nicht wie Menschen, denn er sieht alles auf einmal. Nichts ist beschlossen, was hätte besser beschlossen werden können. 3. Sie sind frei und entspringen allein dem Wohlgefallen seines Willens. 4. Sie sind unwandelbar. Gott ändert seinen Sinn keineswegs. 5. Sie sind heilig und rein. 6. Sie sind wirksam. Was immer Gott beschließt, trifft unfehlbar ein.
Thomas Boston
Wer sich rein erhalten will, muss seinen Leib unterwerfen, und das mag in manchen Fällen eine heilige Gewalt erfordern.
Thomas Boston
Wer immer uns Werkzeug irgendeines Guten ist, welcher Art auch immer: Wir müssen über ihn hinausblicken und darin die Hand und den Ratschluss Gottes sehen, der die erste Quelle ist, und Gott gebührend dafür danken. Und welches Übel an Kreuz und Leid uns auch trifft: Wir müssen über die Werkzeuge hinweg auf Gott sehen.
Thomas Boston
Dass alle sündigen Handlungen unter den göttlichen Ratschluss fallen: Obwohl die Sünde selbst aus der Übertretung des Gesetzes entspringt, stammt ihr Eintreffen doch aus dem Ratschluss Gottes. So etwas hätte nie in der Welt sein können, wenn es nicht vom ewigen Rat des Himmels zu einem heiligen und gerechten Zweck bestimmt worden wäre. Dies wird vom Apostel Petrus deutlich behauptet in Bezug auf das größte Verbrechen, das jemals auf Erden begangen wurde, nämlich den Tod und das Leiden des Herrn Jesus Christus durch die Hände sündiger Menschen... Es gab nie eine so scheußliche Tat oder ein höheres Maß an Gottlosigkeit, als die Ermordung des Herrn der Herrlichkeit. Und doch geht aus diesen Schriftstellen hervor, dass gottlose Menschen in dieser blutigen und schrecklichen Szene nicht mehr taten, als Gottes Hand und Ratschluss zuvor bestimmt hatten.
Thomas Boston
Belege: wikipedia.org, digitalpuritan.net, thegospelcoalition.org, unbrokenfaith.org
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