Aber warum ist der Glaube das Mittel der Rechtfertigung? Ganz einfach, weil er die Handlung der Vereinigung mit Jesus Christus ist. Glaube ist unser Kommen zu ihm, unser Vertrauen auf ihn, unser Ruhen in ihm. In dem Moment, in dem wir mit ihm vereint sind, sind wir sofort mit allem ausgestattet, was er für uns erworben hat. Wir sind sofort gerechtfertigt, bevor wir eine einzige gute Tat getan haben, weil wir sein sind und er Gottes ist. Genauso wie eine sehr arme Frau eine sehr arme Frau ist, bis zu dem Augenblick, in dem sie einen reichen Mann heiratet. Aber in dem Moment, in dem sie seine Frau wird, wird sie eine reiche Frau. Durch ihre Annahme wird sie eine reiche Frau, aber ihre Annahme macht sie nicht reich; es ist der Reichtum ihres Mannes, der sie reich macht. So rechtfertigt der Glaube nicht; Christus rechtfertigt. Aber der Glaube ist die Handlung der Vereinigung mit Christus.
— John Gerstner (1914–1996), Theologe
Themen: Gnade & Erlösung, Glaube & Vertrauen
John Gerstner
John Gerstner (1914–1996) war ein US-amerikanischer presbyterianischer Theologe und Kirchenhistoriker, der über mehrere Jahrzehnte in Pittsburgh lehrte. Er wurde als führender Experte für Jonathan Edwards bekannt und verteidigte eine rationale, an der calvinistischen Tradition sowie der biblischen Irrtumslosigkeit ausgerichtete Apologetik. Während seine kompromisslose Kritik am Dispensationalismus und an liberalen Tendenzen scharfe Kontroversen auslöste, bieten seine Schriften bis heute Orientierung für ein historisch-reformiertes Schriftverständnis.
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