Lieber Gott, es sind bange Zeiten. Heute Nacht lag ich zum ersten Mal mit brennenden Augen im Dunkeln, während Bild um Bild menschlichen Leidens an mir vorüberzog.
— Etty Hillesum (1914–1943), Tagebuchschreiberin
Quelle: Etty: The Letters and Diaries of Etty Hillesum, 1941-1943, Tagebucheintrag 12. Juli 1942, S. 488-89
Themen: Leid & die Frage nach Gott, Angst & Sorge, Gebet & Stille
Anlässe: Zum Nachdenken, Tagesbeginn & Tagesschluss
Etty Hillesum
Die niederländisch-jüdische Autorin Etty Hillesum führte während der nationalsozialistischen Besatzung in Amsterdam und im Durchgangslager Westerbork Tagebücher und Briefe, bevor sie 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Ihre posthum veröffentlichten Schriften zeugen von einer undogmatischen Gottessuche, dem Verzicht auf Hass sowie dem Entschluss, das Schicksal ihres verfolgten Volkes solidarisch zu teilen. Für Bibelleser veranschaulichen ihre Texte ein Ringen um Glauben, Gebet und Mitmenschlichkeit unter extremen Bedingungen, auch wenn ihre Haltung von Kritikern mitunter als weltfremd diskutiert wurde.
Alle Zitate von Etty Hillesum (19)
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