Die Sünde ist immer noch da. Nur gestehen die Menschen das nicht mehr so bereitwillig ein. Man nennt die Dinge nicht mehr beim Namen, sondern greift zu Beschönigungen. Der kleine Junge fragt seine Mutter: „Warum heißt es, wenn ich etwas Böses tue, ich sei ein böser Junge, aber wenn du etwas Böses tust, du seist nervös?“ Es sind die Nerven statt der Sünde. Es sind die Drüsen statt der Sünde. Es ist das Essen, die Umwelt, der Biorhythmus statt der Sünde — es ist alles Mögliche, nur nicht Sünde. Die Sünde leugnet, dass sie Sünde ist.
— John Gerstner (1914–1996), Theologe
Themen: Schuld & Vergebung, Freiheit & Wahrheit, Weisheit & Erkenntnis
Anlässe: Zum Nachdenken
John Gerstner
John Gerstner (1914–1996) war ein US-amerikanischer presbyterianischer Theologe und Kirchenhistoriker, der über mehrere Jahrzehnte in Pittsburgh lehrte. Er wurde als führender Experte für Jonathan Edwards bekannt und verteidigte eine rationale, an der calvinistischen Tradition sowie der biblischen Irrtumslosigkeit ausgerichtete Apologetik. Während seine kompromisslose Kritik am Dispensationalismus und an liberalen Tendenzen scharfe Kontroversen auslöste, bieten seine Schriften bis heute Orientierung für ein historisch-reformiertes Schriftverständnis.
Alle Zitate von John Gerstner (35)
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