Es gibt Zeiten im Leben aller Menschen — ja, auch der Christen —, in denen es nicht leicht ist zu glauben, dass Gott treu ist. Unser Glaube wird schwer erprobt, unsere Augen sind von Tränen getrübt, und wir können den Spuren seiner Liebe nicht mehr folgen. Unsere Ohren sind vom Lärm der Welt abgelenkt und vom atheistischen Flüstern Satans bedrängt, und wir hören die sanften Töne seiner stillen Stimme nicht mehr. Gehegte Pläne sind durchkreuzt worden, Freunde, auf die wir bauten, haben uns im Stich gelassen, ein vermeintlicher Bruder oder eine Schwester in Christus hat uns verraten. Wir sind wie betäubt. Wir wollten Gott treu sein, und nun verbirgt ihn eine dunkle Wolke vor uns. Wir finden es schwer, ja unmöglich, dass die menschliche Vernunft seine finstere Fügung mit seinen gnädigen Verheißungen in Einklang bringt.
— A.W. Pink (1886–1952), Theologe
Themen: Leid & die Frage nach Gott, Glaube & Vertrauen, Zweifel & Anfragen
Anlässe: Trost
A.W. Pink
Arthur Walkington Pink (1886–1952) war ein englischer Pastor und theologischer Autor, der nach Stationen in den USA, Australien und England zuletzt weitgehend zurückgezogen in Schottland wirkte. Er vertrat eine kompromisslose reformierte Theologie, die die absolute Souveränität Gottes sowie persönliche Heiligung betonte und ihn zu Lebzeiten in kirchliche Isolation führte. Für Bibelleser bieten seine Schriften gründliche, streng am Text orientierte Auslegungen, die nach seinem Tod maßgeblich zur Wiederbelebung puritanisch-reformierten Denkens beitrugen.
Alle Zitate von A.W. Pink (95)
Mehr zu diesem Thema
In unserer eigenen Verwundung können wir zu Quellen des Lebens für andere werden.
Henri Nouwen
Henri Nouwen
C.S. Lewis
Wenn wir wie Trauben zertreten werden, können wir nicht an den Wein denken, der wir werden.
Henri Nouwen
Joni Eareckson-Tada
Etty Hillesum
Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade.
Paul Claudel
Dietrich Bonhoeffer