Ein genaues Studium des Textes legt nirgends nahe, dass der Stein vom Grab weggerollt wurde, um Jesus herauszulassen. Das Erdbeben und das Wegrollen des Steins, das Matthäus (28,2) berichtet, ist Zeichen eines wunderbaren Ereignisses, nicht das Ereignis selbst. Es kann nur einen Schluss geben: Der Leib Jesu war schon fort, bevor der Stein weggerollt wurde. Er musste nicht entfernt werden, damit er dem Grab entkommen konnte; er war ihm bereits entkommen. Das Entfernen des Steins war für die Jünger da, nicht für Jesus.
— George Eldon Ladd (1911–1982), Professor für Neues Testament und Theologe
Bibelstelle: MAT.28.2
Themen: Ewigkeit & Hoffnung über den Tod, Gott, Jesus & Heiliger Geist
Anlässe: Kirchenjahr
George Eldon Ladd
George Eldon Ladd (1911–1982) war ein US-amerikanischer baptistischer Theologe und lehrte von 1950 bis 1980 als Professor für Neues Testament am Fuller Theological Seminary in Kalifornien. Er prägte im evangelikalen Raum das Konzept der inaugurierten Eschatologie, die das Reich Gottes als „schon jetzt, aber noch nicht vollendet“ versteht, und grenzte sich dabei scharf vom Dispensationalismus ab. Für Bibelleser bietet seine heilsgeschichtliche Theologie bis heute ein weit verbreitetes exegetisches Referenzmodell zum Verständnis neutestamentlicher Reich-Gottes-Texte.
Alle Zitate von George Eldon Ladd (12)
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