Gott hat uns bereits alle Sünden ein für alle Mal durch den Tod Jesu Christi vergeben. Warum müssen wir dann immer wieder um seine Vergebung bitten? Die Antwort ist natürlich, dass wir nicht vollkommen sind und es in diesem Leben auch nie sein werden. Wir sündigen weiter. Wir brechen Gottes Gebote jeden Tag, in Gedanken, Worten und Werken. Und obwohl alle unsere Sünden vergeben sind – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft –, stört die Sünde immer wieder unsere Gemeinschaft mit Gott. Sie beeinträchtigt unsere Nähe zu ihm und entfremdet uns von seiner Heiligkeit. Wenn wir sündigen, muss deshalb unsere persönliche Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden. Die Puritaner nannten dies „unsere Umkehr erneuern“. Es bedeutet, Gott zu bitten, die Vergebung, die er bereits durch Christi Tod am Kreuz gewährt hat, neu und unmittelbar auf unsere Sünden anzuwenden.
— Philip Graham Ryken (* 1966), Theologe, Pastor & Präsident des Wheaton College
Themen: Schuld & Vergebung, Gnade & Erlösung
Philip Graham Ryken
Philip Graham Ryken (* 1966) ist ein US-amerikanischer presbyterianischer Theologe, ehemaliger leitender Pastor der Tenth Presbyterian Church in Philadelphia und seit 2010 Präsident des Wheaton College. Er steht für eine evangelikal-reformierte Theologie und verfasste zahlreiche Bibelkommentare sowie theologische Schriften zur Gnadenlehre und Kultur. Bibellesern dient er als systematischer und praxisnaher Schriftausleger, dessen Leitungswirken jedoch auch von Kontroversen um Bekenntnistreue und Kritik am Umgang mit Missbrauchsvorwürfen in seiner früheren Gemeinde begleitet wird.
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