Klatsch hinterlässt eine breite Spur der Verwüstung, wo und wie auch immer er auftritt – durch Mundpropaganda, E-Mails, Blogs oder Videos. Er untergräbt das Vertrauen und zerstört die Moral. Er schafft ein soziales Klima des Misstrauens, in dem sich jeder fragen muss, was hinter seinem Rücken geredet wird und ob freundschaftliche Gesten ehrlich gemeint sind. Er ruiniert hart erarbeitete Rufnamen mit den feigen, aber wirksamen Waffen der Verdrehung. Er verleitet Menschen dazu, Partei zu ergreifen, wo es weder nötig noch nützlich ist. Er entfesselt die dunklen Mächte psychologischer Übertragung und tut dem Klatschenden, dem Zuhörer und dem Betroffenen Gewalt an. Er lässt den Leib Christi wie den Leib des Antichristen aussehen – wie Zerstörer statt Heiler. Er zehrt die Kräfte auf, die wir sonst für ein positives Zeugnis einsetzen würden. Er raubt unserem Herrn die Gemeinde, die ihm gebührt. Er offenbart die Feindseligkeit in unseren Herzen und diskreditiert das Evangelium in den Augen der Welt. Und dann wundern wir uns, warum wir nicht mehr Bekehrungen sehen und warum „der Boden so hart ist“.
— Ray Ortlund (* 1949), Pastor, Theologe und Autor
Themen: Kirche & Gemeinde, Ethische Fragen, Beziehung & Familie
Anlässe: Zum Nachdenken
Ray Ortlund
Ray Ortlund (* 1949) ist ein US-amerikanischer Theologe, Alttestamentler und Pastor im reformiert-evangelikalen sowie anglikanischen Raum, der unter anderem am Trinity Evangelical Divinity School lehrte und die Immanuel Church in Nashville gründete. Er steht für die theologische Verbindung von biblischer Lehre mit einer gelebten Gemeindekultur der Gnade, Barmherzigkeit und geistlichen Erneuerung. Für Bibelleser verknüpfen seine Auslegungen und Schriften theologische Reflexion mit einer seelsorglichen, auf Christus zentrierten Alltagspraxis.
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