Wenn Christus den schwachen Gläubigen so sehr geliebt hat, dass er sein Leben für dessen Rettung dahingab, wie fremd ist es den Forderungen dieser Liebe, wenn der Starke sich weigert, auf eine Speise [oder irgendetwas anderes] zu verzichten, wenn dadurch die geistlichen Interessen desjenigen gefährdet werden, für den Christus gestorben ist! Der Kontrast zwischen dem, was das äußerste Opfer Christi vorlebte, und der geringfügigen Forderung an uns hebt die Kümmerlichkeit unserer Haltung hervor, wenn wir die Interessen eines schwachen Bruders übergehen. Und da der Tod Christi als Erlöserpreis für alle Gläubigen das Band ist, das sie in Gemeinschaft verbindet, wie widersprüchlich ist jedes Verhalten, das nicht nach der Liebe geformt ist, die Christi Tod offenbart hat!
— John Murray (1898–1975), Reformierter Theologe
Bibelstelle: ROM.14.15
Themen: Dienst & Nächstenliebe, Beziehung & Familie, Kirche & Gemeinde
Anlässe: Zum Nachdenken
John Murray
Der schottisch-amerikanische Theologe John Murray lehrte von 1930 bis 1966 Systematische Theologie am konservativen Westminster Theological Seminary in Philadelphia. Er prägte die reformierte Dogmatik durch eine streng an der Schriftexegese orientierte Methode und Werke wie „Redemption Accomplished and Applied“, stieß jedoch im eigenen Lager mit seiner Modifikation der klassischen Bundestheologie auf theologische Kritik. Heutigen Bibellesern vermittelt sein Werk einen systematisch präzisen Zugang zur reformierten Heilslehre, insbesondere zum Römerbrief und zum Verständnis der Vereinigung mit Christus.
Alle Zitate von John Murray (14)
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