Lieber Gott, es sind bange Zeiten. Heute Nacht lag ich zum ersten Mal mit brennenden Augen im Dunkeln, während Bild um Bild menschlichen Leidens an mir vorüberzog.

Etty Hillesum (1914–1943), Tagebuchschreiberin

Quelle: Etty: The Letters and Diaries of Etty Hillesum, 1941-1943, Tagebucheintrag 12. Juli 1942, S. 488-89

Themen: Leid & die Frage nach Gott, Angst & Sorge, Gebet & Stille

Anlässe: Zum Nachdenken, Tagesbeginn & Tagesschluss

Etty Hillesum

Die niederländisch-jüdische Autorin Etty Hillesum führte während der nationalsozialistischen Besatzung in Amsterdam und im Durchgangslager Westerbork Tagebücher und Briefe, bevor sie 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Ihre posthum veröffentlichten Schriften zeugen von einer undogmatischen Gottessuche, dem Verzicht auf Hass sowie dem Entschluss, das Schicksal ihres verfolgten Volkes solidarisch zu teilen. Für Bibelleser veranschaulichen ihre Texte ein Ringen um Glauben, Gebet und Mitmenschlichkeit unter extremen Bedingungen, auch wenn ihre Haltung von Kritikern mitunter als weltfremd diskutiert wurde.

Alle Zitate von Etty Hillesum (19)

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In unserer eigenen Verwundung können wir zu Quellen des Lebens für andere werden.

Henri Nouwen

Letztlich bedeutet Trauern, dem ins Auge zu sehen, was uns verwundet, in der Gegenwart Dessen, der heilen kann.

Henri Nouwen

Der Schmerz verlangt gehört zu werden. Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen, aber er schreit in unseren Schmerzen: Sie sind sein Sprachrohr, um eine taube Welt aufzuwecken.

C.S. Lewis

Wenn wir wie Trauben zertreten werden, können wir nicht an den Wein denken, der wir werden.

Henri Nouwen

Er hat beschlossen, mich nicht zu heilen, sondern mich zu halten. Je heftiger der Schmerz, desto enger Seine Umarmung.

Joni Eareckson-Tada

Möge ich das denkende Herz dieser Baracke sein. Ich möchte es wieder sein. Ich möchte das denkende Herz eines ganzen Konzentrationslagers sein.

Etty Hillesum

Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade.

Paul Claudel

Keinen Weg lässt uns Gott gehen, den er nicht selbst gegangen wäre, und auf dem er uns nicht vorausginge.

Dietrich Bonhoeffer

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