Schon das Konzept des „Wochenendes“ ist unbiblisch. Es macht den Sonntag zu einem zweiten Samstag. Der Baumarkt gewinnt vielleicht, aber wir verlieren. Es macht den Sonntag zu dem Tag, an dem wir das nachholen, wofür wir am Samstag zu faul oder zu unorganisiert waren. Es macht den Sonntag auch zu einem Tag der Vorbereitung auf die Arbeit oder die Schule am Montag. Es höhlt nicht nur den Sonntag aus, sondern unsere ganze Woche, weil es Gott, die Gemeinde, Predigten und all die anderen lebenswichtigen Dinge an den Rand drängt, die in unserem Leben nur dann Raum greifen, wenn wir das Wichtige auch zum Zentralen machen. Wenn wir das weltliche Konzept des „Wochenendes“ akzeptieren, laufen wir zwangsläufig darauf hinaus, Gott irgendwo „einzupassen“, anstatt die praktische Realität unserer Woche um ihn herum zu zentrieren. Wir trivialisieren ihn, während wir zulassen, dass Zweitrangiges den heiligen Platz der Mitte raubt; wir leben ein seelisch erschöpftes Leben und wundern uns dann, warum Gott uns nicht realer ist, warum Kirche für uns nicht „funktioniert“, warum wir mürrisch sind und so weiter.
— Ray Ortlund (* 1949), Pastor, Theologe und Autor
Themen: Kirche & Gemeinde, Nachfolge & Jüngerschaft, Zeit & Vergänglichkeit
Anlässe: Zum Nachdenken
Ray Ortlund
Ray Ortlund (* 1949) ist ein US-amerikanischer Theologe, Alttestamentler und Pastor im reformiert-evangelikalen sowie anglikanischen Raum, der unter anderem am Trinity Evangelical Divinity School lehrte und die Immanuel Church in Nashville gründete. Er steht für die theologische Verbindung von biblischer Lehre mit einer gelebten Gemeindekultur der Gnade, Barmherzigkeit und geistlichen Erneuerung. Für Bibelleser verknüpfen seine Auslegungen und Schriften theologische Reflexion mit einer seelsorglichen, auf Christus zentrierten Alltagspraxis.
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