Das Selbst ist der neue Gott, die neue geistliche Autorität, die neue Moral. Doch das legt ein erdrückendes Gewicht auf das Selbst – eines, für das es nie geschaffen war, es zu tragen. Es muss sich selbst entdecken. Es selbst werden. Sich selbst treu bleiben. Sich selbst rechtfertigen. Sich selbst glücklich machen. Seine zerbrechliche Identität darstellen und verteidigen. Wie mein Peloton-Trainer sagen würde: Bestätige deine Größe. Aber was ist mit den vielen Tagen, an denen wir gar nicht so großartig sind? Der Druck ist erschöpfend. Man sehe sich nur die Statistiken zu Burnout, Angstzuständen und psychischer Gesundheit an.
— John Mark Comer (* 1980), Pastor und Bestsellerautor
Quelle: Live No Lies
Themen: Sinn & Identität, Angst & Sorge
Anlässe: Zum Nachdenken
John Mark Comer
John Mark Comer (* 1980) ist ein US-amerikanischer freikirchlicher Pastor und Autor, der die Bridgetown Church in Portland mitgründete und die Initiative „Practicing the Way“ leitet. Bekannt wurde er durch Bücher wie „Das Ende der Rastlosigkeit“, in denen er Nachfolge als praktische Einübung geistlicher Disziplinen wie Sabbatruhe, Stille und Entschleunigung beschreibt. Für heutige Bibelleser macht er klassische Formen christlicher Spiritualität alltagsnah zugänglich, stößt jedoch in konservativ-evangelikalen Kreisen wegen seiner Nähe zu kontemplativen Traditionen und der Schwerpunktsetzung auf Praktiken statt Dogmatik auch auf Kritik.
Alle Zitate von John Mark Comer (428)
Mehr zu diesem Thema
Du hast uns auf dich hin geschaffen, O Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.
Augustinus von Hippo
Jesus ruft nicht zu einer neuen Religion, sondern zum Leben.
Dietrich Bonhoeffer
Henri Nouwen
Einen Menschen lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.
Fjodor Dostojewski
Die innere Würde bleibt, auch wenn Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Rolle abnehmen.
Anselm Grün
Es gibt einen Gott, und ich bin es nicht.
John Mark Comer
Gott hat die Ewigkeit in unser Herz hineingelegt und es mit Sehnsucht erfüllt.
John Piper
Gebete sind Werkzeuge nicht zum Tun oder Bekommen, sondern zum Sein und Werden.
Eugene Peterson