Sicher hätte Paulus das Evangelium bekömmlicher – und weniger gefährlich – machen können, indem er behauptet hätte, es gehe um etwas anderes. Um etwas Sauberes, weniger Lächerliches als das Kreuz. Etwas Ruhmvolleres. Weniger Abstoßendes. Aber er tat es nicht. »Ich hielt es für richtig«, sagte Paulus, »unter euch nichts zu wissen als Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt« (1. Korinther 2,2). Gegen das schlimmste kulturelle Vorurteil, das man sich denken kann, machte er das ganze Evangelium unverrückbar daran fest, dass Jesus an einen stauros geschlagen und dem Sterben überlassen wurde. Hätte er einen sicheren Weg gesucht, Menschen des ersten Jahrhunderts von seiner »guten Nachricht« abzustoßen – besser hätte er es nicht machen können! Warum also tat er es? Ganz einfach: Er wusste, dass es am Ende gar kein Evangelium mehr wäre, wenn man das Kreuz wegließe, im Vorbeigehen streifte, an den Rand schöbe oder irgendetwas anderes seinen Platz in der Mitte einnehmen ließe.

Greg Gilbert (* 1977), Pastor, Buchautor, Sprecher

Bibelstelle: 1CO.2.2

Themen: Gnade & Erlösung, Gott, Jesus & Heiliger Geist, Zeugnis & Mission

Anlässe: Kirchenjahr

Greg Gilbert

Greg Gilbert (* 1977) ist ein US-amerikanischer reformiert-baptistischer Pastor und Buchautor, der seit 2010 die Third Avenue Baptist Church in Louisville (Kentucky) leitet. Bekannt wurde er durch Schriften wie „Was ist das Evangelium?“, in denen er ein reformatorisches Heilsverständnis vertritt und den Auftrag der Kirche primär auf Evangelisation und Jüngerschaft statt auf gesellschaftliche Transformation festlegt. Für Bibelleser bieten seine Werke eine systematische Auslegung biblischer Grundbegriffe, die wegen ihrer strikt calvinistischen Zuspitzung und Abgrenzung zu weiter gefassten Missionsverständnissen auch kontrovers diskutiert wird.

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