Das Evangelium ist also auch Gottes rechtfertigendes Wort über sich selbst. Unter dem alten Bund mit seinem symbolischen Opfersystem schien es nämlich so, als würde Gott die Sünden derer ignorieren, die ihm bezüglich der Vergebung schlicht vertrauten (Röm 3,25). Nun, im Schatten des Kreuzes, wird sichtbar, dass Jesus der Grund dafür ist, dass Gott Gottlose wie Abraham und David rechtfertigen konnte (vgl. Röm 4,1–8), ohne seine eigene Integrität zu verletzen. Wenn Gott seinem Volk in der Vergangenheit vergab, tat er dies im Blick auf das Kreuz Christi als Grundlage und Offenbarung jener göttlichen Gerechtigkeit, die Vergebung erst möglich macht. Der Tod Jesu bewies mit aller Letztgültigkeit Gottes „Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, sodass er gerecht ist und den rechtfertigt, der aus dem Glauben an Jesus lebt“ (Röm 3,26).
— Scott Hafemann (* 1954), Theologe und Neutestamentler
Bibelstelle: ROM.3.25
Themen: Gnade & Erlösung, Gott, Jesus & Heiliger Geist, Bibel & Wort Gottes
Anlässe: Zum Nachdenken
Scott Hafemann
Scott Hafemann (* 1954) ist ein US-amerikanischer evangelikaler Neutestamentler und Theologe, der unter anderem am Wheaton College, am Gordon-Conwell Theological Seminary und an der University of St Andrews lehrte. Bekannt ist er für seine Arbeiten zur paulinischen Theologie, insbesondere zum zweiten Korintherbrief, sowie für die theologische Betonung der Kontinuität von Altem und Neuem Testament. Bibellesern vermittelt seine Exegese ein vertieftes Schriftverständnis, das alttestamentliche Verheißungen eng mit praktischer Kreuzesnachfolge und Glaubensgehorsam verbindet.
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