Der Himmel ist voller Vögel, die violetten Lupinen stehen so königlich und friedlich da, zwei alte Frauchen haben sich für ein Gespräch auf die Kiste gesetzt, die Sonne scheint mir ins Gesicht – und direkt vor unseren Augen Massenmord. Das Ganze ist schlicht unbegreiflich.
— Etty Hillesum (1914–1943), Tagebuchschreiberin
Quelle: Etty: The Letters and Diaries of Etty Hillesum, 1941-1943, Tagebucheintrag 8. Juni 1943, S. 602
Themen: Leid & die Frage nach Gott, Zeit & Vergänglichkeit, Weisheit & Erkenntnis
Anlässe: Zum Nachdenken, Trost
Etty Hillesum
Die niederländisch-jüdische Autorin Etty Hillesum führte während der nationalsozialistischen Besatzung in Amsterdam und im Durchgangslager Westerbork Tagebücher und Briefe, bevor sie 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Ihre posthum veröffentlichten Schriften zeugen von einer undogmatischen Gottessuche, dem Verzicht auf Hass sowie dem Entschluss, das Schicksal ihres verfolgten Volkes solidarisch zu teilen. Für Bibelleser veranschaulichen ihre Texte ein Ringen um Glauben, Gebet und Mitmenschlichkeit unter extremen Bedingungen, auch wenn ihre Haltung von Kritikern mitunter als weltfremd diskutiert wurde.
Alle Zitate von Etty Hillesum (19)
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