Was kommt dabei heraus, wenn wir Menschen zu Götzen machen? Wie bei jedem Götzendienst besitzt uns bald der Götze, den wir zu verehren wählen. Das, was wir fürchten, überwältigt uns. Obwohl er an sich bedeutungslos ist, wird der Götze riesig und beherrscht uns. Er sagt uns, wie wir denken, was wir fühlen und wie wir handeln sollen. Er sagt uns, was wir anziehen, er sagt uns, über den schmutzigen Witz zu lachen, und er sagt uns, zu Tode erschrocken zu sein, weil wir vielleicht vor eine Gruppe treten und etwas sagen müssen. Die ganze Strategie schlägt zurück. Wir rechnen nie damit, dass wir am Ende Sklaven derer sind, die wir benutzt haben, um unsere Wünsche zu stillen.
— Edward Welch (* 1953), Psychologe, Seelsorger und Autor
Themen: Freiheit & Wahrheit, Versuchung & Kampf, Angst & Sorge
Anlässe: Zum Nachdenken
Edward Welch
Der US-amerikanische Psychologe und Theologe Edward T. Welch lehrt seit 1981 an der Christian Counseling & Educational Foundation sowie am Westminster Theological Seminary in Pennsylvania. Er gilt als einflussreiche Stimme der biblisch-reformierten Seelsorgebewegung zu Themen wie Depression, Scham und Angst, wobei die Skepsis dieses Ansatzes gegenüber säkularen psychiatrischen Modellen fachlich debattiert wird. Bibellesern vermitteln seine Schriften eine seelsorgliche Lebenshilfe, die emotionale Nöte und zwischenmenschliche Konflikte aus einer dezidiert biblischen Perspektive deutet.
Alle Zitate von Edward Welch (120)
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