Weil wir unseren Wert als Ebenbildträger und unsere Identität als Kinder Gottes verstehen, werden wir nicht im Internet suchen, um zu beweisen, dass wir wichtig, wertvoll und geliebt sind. Und weil wir die Gegenwart der in uns wohnenden Sünde akzeptieren, werden wir nicht blind sein für die möglichen Idolatrien und Versuchungen, denen wir online erliegen können. Und weil wir wissen, dass wir gefallene Geschöpfe sind, werden wir die Grenzen unserer menschlichen Existenz akzeptieren. Wir können keine bedeutsamen Beziehungen zu Tausenden von Menschen haben. Wir können nicht wirklich wissen, was in der Welt vor sich geht. Wir können nicht wirklich hier und dort gleichzeitig sein. Die größte Täuschung unseres digitalen Zeitalters mag die Lüge sein, dass wir allkompetent, allwissend und allgegenwärtig sein können. Wir können nichts davon sein. Wir müssen unsere Abwesenheit, unsere Unfähigkeit und unsere Unwissenheit wählen – und zwar klug wählen. Je eher wir diese Begrenztheit annehmen, desto eher können wir frei sein.
— Kevin DeYoung (* 1977), Theologe, Pastor und Autor
Themen: Sinn & Identität, Versuchung & Kampf, Demut & Stolz
Kevin DeYoung
Kevin DeYoung (* 1977) ist ein US-amerikanischer reformierter Theologe, Pastor der Presbyterian Church in America und Buchautor. Er gilt als prominente Stimme des zeitgenössischen Neo-Calvinismus, engagiert sich bei The Gospel Coalition und vertritt ein komplementaristisches Rollenverständnis sowie eine traditionelle Sexualethik. Bibellesern vermittelt er theologische Fragen und Themen der christlichen Lebensführung aus klassisch-reformierter Perspektive, stößt mit seinen konservativen Positionen jedoch auch auf inner- und außerkirchliche Kritik.
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