Wenn Gott wirklich unser Feind wäre und nur Zerstörung im Sinn hätte — warum erfahren wir dann überhaupt Gutes? Dass das Leben schmerzhaft ist, überrascht nicht. Überraschend ist, dass es freudvoll ist. Was bedeuten unsere einfachen, täglichen Freuden? Gibt Gott nur vor, unser Freund zu sein, hält er die böse Überraschung bis zuletzt zurück? Oder sendet er uns jeden Tag Zeichen, dass sein Herz liebevoll und gütig ist — so gütig, dass wir in Buße zu ihm zurückkehren und seine Arme offen finden können?
— Stephen Charnock (1628–1680), Puritanischer Theologe
Hinweis zur Zuschreibung: Die Wendungen sind neuzeitlich; der Text ist eher eine moderne Wiedergabe von Charnocks Gedanken als sein Wortlaut.
Themen: Leid & die Frage nach Gott, Gott, Jesus & Heiliger Geist, Freude & Dankbarkeit
Anlässe: Zum Nachdenken
Stephen Charnock
Stephen Charnock (1628–1680) war ein englischer puritanischer Geistlicher und Theologe, der nach dem Verlust seiner Kanzelberechtigung in der Restaurationszeit als nonkonformistischer Pastor in London wirkte. Bekannt wurde er vor allem durch seine posthum veröffentlichten Abhandlungen über das Wesen und die Eigenschaften Gottes, die den reformierten Gottesbegriff mit hoher analytischer Genauigkeit entfalten. Bibellesern vermitteln seine Texte eine systematische Auslegung zentraler göttlicher Attribute wie Souveränität, Weisheit und Vorsehung, die theologische Präzision mit persönlicher Frömmigkeit verbindet.
Alle Zitate von Stephen Charnock (29)
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