Woran erkenne ich, ob mein Vertrauen auf den Herrn von ganzem Herzen kommt? Zum Beispiel daran: Lasse ich die Bibel mein eigenes Denken überstimmen? Sie sagt: „Verlass dich nicht auf deinen Verstand“ (Spr 3,5). Also: Stimme ich der Bibel zu, oder gehorche ich der Bibel? Wenn ich der Bibel nur zustimme, dann ist meine positive Reaktion kein Gehorsam, sondern Zufall — die Bibel deckt sich dann eben gerade mit den Vorurteilen, die ich aus meiner Herkunft aufgesogen habe. Aber was tue ich, wenn die Bibel dem widerspricht, was ich gerne wahr hätte, besonders dann, wenn sie obendrein kulturell fern und verwirrend wirkt? Wenn ich die Bibel nach Ausreden für das durchsuche, was ich ohnehin will, ist mein Herz schon vom Herrn abgedriftet. Vertraue ich ihm aber von ganzem Herzen, dann lasse ich die Bibel meine liebsten Gedanken und Gefühle in Frage stellen.

Ray Ortlund (* 1949), Pastor, Theologe und Autor

Bibelstelle: PRO.3.5

Themen: Bibel & Wort Gottes, Glaube & Vertrauen, Demut & Stolz

Anlässe: Zum Nachdenken

Ray Ortlund

Ray Ortlund (* 1949) ist ein US-amerikanischer Theologe, Alttestamentler und Pastor im reformiert-evangelikalen sowie anglikanischen Raum, der unter anderem am Trinity Evangelical Divinity School lehrte und die Immanuel Church in Nashville gründete. Er steht für die theologische Verbindung von biblischer Lehre mit einer gelebten Gemeindekultur der Gnade, Barmherzigkeit und geistlichen Erneuerung. Für Bibelleser verknüpfen seine Auslegungen und Schriften theologische Reflexion mit einer seelsorglichen, auf Christus zentrierten Alltagspraxis.

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[Die Bibel ist] flach genug, dass ein Kind nicht ertrinkt, und tief genug, dass ein Elefant darin schwimmen kann.

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Eine Bibel, die auseinanderfällt, gehört meist jemandem, der es nicht tut.

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Die Bibel auf der Kanzel darf niemals die Bibel zu Hause ersetzen.

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Ich lese die Bibel, wie ich meinen Apfelbaum ernte: Ich schüttle ihn, und was runterkommt und reif ist, das nehme ich. Das andere lasse ich noch hängen.

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Das Gesetz ist göttlich und heilig… Aber es darf mir nicht zeigen wollen, wie ich von Sünde, Teufel, Tod und Hölle erlöst werde. Hier muss ich das Evangelium zu Rate ziehen, das mich nicht lehrt, was ich tun soll, sondern was Jesus Christus, der Sohn Gottes, für mich getan hat.

Martin Luther

Jesus war kein Theologe. Er war Gott, der Geschichten erzählte.

Madeleine L'Engle

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