Zuerst kamen sie für die Sozialisten, und ich schwieg – weil ich kein Sozialist war. Dann kamen sie für die Gewerkschafter, und ich schwieg – weil ich kein Gewerkschafter war. Dann kamen sie für die Juden, und ich schwieg – weil ich kein Jude war. Dann kamen sie für mich – und es war niemand mehr da, der für mich sprechen konnte.
— Martin Niemöller (1892–1984), Evangelischer Pastor, Widerstandskämpfer
Quelle: Wandtext am Ende der Dauerausstellung des United States Holocaust Memorial Museum (ushmm.org)
Themen: Ethische Fragen, Schuld & Vergebung, Dienst & Nächstenliebe
Anlässe: Zum Nachdenken
Martin Niemöller
Martin Niemöller (1892–1984) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Kirchenpräsident in Hessen und Nassau sowie eine Leitfigur der Bekennenden Kirche im Kirchenkampf gegen den Nationalsozialismus. Nach anfänglichen deutschnationalen Sympathien widersetzte er sich der staatlichen Gleichschaltung der Kirche, überlebte jahrelange KZ-Haft und prägte nach 1945 das Stuttgarter Schuldbekenntnis sowie die christliche Friedensbewegung. Für Bibelleser steht sein Weg exemplarisch für die theologische Abkehr von politischer Anpassung und die Pflicht des Einzelnen, Unrecht nicht durch Schweigen mitzutragen.
Alle Zitate von Martin Niemöller (8)
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