Angesichts des Zeugnisses der Schrift kommen wir der Lösung des Problems des Bösen daher nicht näher, indem wir Gottes aktives und zielgerichtetes Handeln in irgendeinem Lebensbereich schmälern. Entzieht man Gottes Souveränität dem Bereich des Bösen, bevor es geschieht, zwingt uns das zu der Vorstellung, dass Gott entweder „Hinterherläuft“, indem er das Böse erst einlöst, nachdem wir es begangen haben, oder dass er tatenlos am Rand steht – mitfühlend in unseren Kämpfen, aber unfähig zu helfen. Ohne Gottes Souveränität schrumpft Gottes Liebe mitten im Leiden zu einer bloßen emotionalen Regung des „Mitgefühls“ zusammen.
— Scott Hafemann (* 1954), Theologe und Neutestamentler
Themen: Leid & die Frage nach Gott, Gott, Jesus & Heiliger Geist
Anlässe: Zum Nachdenken
Scott Hafemann
Scott Hafemann (* 1954) ist ein US-amerikanischer evangelikaler Neutestamentler und Theologe, der unter anderem am Wheaton College, am Gordon-Conwell Theological Seminary und an der University of St Andrews lehrte. Bekannt ist er für seine Arbeiten zur paulinischen Theologie, insbesondere zum zweiten Korintherbrief, sowie für die theologische Betonung der Kontinuität von Altem und Neuem Testament. Bibellesern vermittelt seine Exegese ein vertieftes Schriftverständnis, das alttestamentliche Verheißungen eng mit praktischer Kreuzesnachfolge und Glaubensgehorsam verbindet.
Alle Zitate von Scott Hafemann (39)
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