Zitate von Leon Morris
Leon Morris (1914–2006) — Neutestamentler · Anglikanisch · Australien
Leon Morris (1914–2006) war ein australischer anglikanischer Neutestamentler und langjähriger Leiter des Ridley College in Melbourne. Bekanntheit erlangte er durch fundierte Bibelkommentare sowie seine sprachwissenschaftliche Verteidigung der reformatorischen Lehre von der stellvertretenden Sühne gegen theologische Neuinterpretationen. Für Bibelleser verbinden seine Auslegungen bis heute eine genaue historisch-grammatische Textarbeit mit allgemeinverständlicher theologischer Orientierung.
Epoche: Gegenwart
Wiederkehrende Themen: Gott, Jesus & Heiliger Geist, Bibel & Wort Gottes, Gnade & Erlösung, Nachfolge & Jüngerschaft, Weisheit & Erkenntnis, Demut & Stolz, Ethische Fragen, Freiheit & Wahrheit
Zitate von Leon Morris
Die Bibel war das einzige Buch, das Jesus jemals zitierte, und zwar nie als Grundlage für eine Diskussion, sondern um die strittige Frage zu entscheiden.
Leon Morris
Gottes Gnade gegenüber seinem Volk hört nie auf und erschöpft sich nicht. Gnade kennt keine Unterbrechung und keine Grenze. Im Gegensatz zum Gesetz betont sie den dynamischen Charakter des christlichen Lebens. Ein Gesetz kann man meistern; man kann sich Verdienste erwerben, indem man ihm entspricht, und kennt die genauen Anforderungen. Aber Gnade ist immer ein Abenteuer. Niemand kann sagen, wohin die Gnade ihn führen wird.
Leon Morris
Wir sollten das „Reich Gottes“ eher als „Königsherrschaft“ denn als ein räumliches Reich verstehen. Der Begriff ist dynamisch: Er weist darauf hin, dass Gott aktiv handelt und regiert, und nicht bloß auf ein Territorium oder eine Gruppe von Menschen, über die er herrscht. Das Reich Gottes ist etwas, das geschieht, und nicht nur etwas, das existiert.
Leon Morris
Christen sollen nicht voreilig negative Urteile über ihre Mitmenschen fällen. Das ist ein gefährliches Vorgehen, weil es ein ähnliches Urteil zurückholt. Und es ist ein schwieriges Vorgehen, weil unsere eigenen Fehler es uns schwer machen, genau zu erkennen, was an unseren Mitmenschen fehlerhaft ist. Jesus verbietet natürlich nicht jedes Urteil; Er warnt vor den voreiligen Verurteilungen, die so leicht fallen und so kennzeichnend für das menschliche Geschlecht sind.
Leon Morris
Die biblischen Schreiber gebrauchen für den göttlichen Zorn gewöhnlich ein Wort (orgē), das nicht so sehr ein plötzliches Aufflammen der Leidenschaft meint, das rasch vorüber ist, sondern eine starke und feste Gegnerschaft gegen alles Böse, die aus Gottes eigenem Wesen kommt.
Leon Morris
Letzten Endes gründet Vergebung immer darin, dass Gott ist, wer er ist, und nicht in irgendetwas, das der Mensch tun mag. Weil Gott Gott ist, muss er aufs Schärfste auf die Sünde des Menschen reagieren, und so gelangen wir zum Konzept des göttlichen Zorns. Aber weil Gott Gott ist, kann der Zorn nicht das letzte Wort sein. „Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewiglich“ (Ps 100,5).
Leon Morris
Die Rabbiner sprachen aus Autorität, Jesus mit Autorität. Die Gebräuchlichkeit des Alten Testaments lautet: ‚So spricht der HERR‘, aber Jesu charakteristischer Ausdruck ist: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage euch.‘ Der Unterschied ist bedeutsam. Jesus berief sich auf keine andere Autorität, wenn er zu den Menschen über die tiefen Dinge Gottes sprach.
Leon Morris
Sanftmut ist nicht mit Schwäche zu verwechseln: Die Sanftmütigen sind nicht einfach deshalb unterwürfig, weil ihnen die Mittel fehlen, etwas anderes zu sein. Sanftmut ist durchaus vereinbar mit großer Stärke und Fähigkeit, wie Menschen Stärke messen; aber welche Stärke oder Schwäche der sanftmütige Mensch auch hat, sie ist von Demut und einer echten Abhängigkeit von Gott begleitet. Wahre Sanftmut kann eine Eigenschaft der Starken sein – derer, die sich durchsetzen könnten, es aber nicht tun.
Leon Morris
Man kann von der Gemeinde nicht erwarten, dass sie ihre Arbeit wirksam tut, wenn ihre Mitglieder die Leitung nicht treu unterstützen. Es ist eine Tatsache, dass wir uns bis heute oft nur langsam klarwerden, dass eine wirksame Leitung in der Gemeinde Christi eine wirksame Nachfolge erfordert. Wenn wir gegenüber denen, die über uns gesetzt sind, ständig kritisch sind, darf es uns nicht wundern, wenn sie nicht die Wunder vollbringen können, die wir von ihnen verlangen. Wenn wir die Sache des Werkes vor Augen haben, sind wir eher geneigt, sie um der Liebe willen sehr hoch zu schätzen.
Leon Morris
Wer eine unreine Tat begeht, bricht nicht einfach ein menschliches Gesetz und sündigt auch nicht bloß gegen den Gott, der ihm irgendwann in der Vergangenheit die Gabe des Geistes geschenkt hat. Er sündigt gegen den Gott, der in diesem Augenblick gegenwärtig ist, gegen den, der den Geist immerfort gibt. Die unreine Tat ist eine Verachtung von Gottes guter Gabe in ebendem Augenblick, in dem sie dargereicht wird … Diese Sünde zeigt sich erst in ihrem wahren Licht, wenn man sie als eine Entscheidung für die Unreinheit statt für einen Geist sieht, der heilig ist.
Leon Morris
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Belege: wikipedia.org, ridley.edu.au, gotquestions.org, cslewisinstitute.org
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