Zitate von Matthias Claudius

Matthias Claudius (1740–1815) — Dichter · Lutherisch · Deutschland

Matthias Claudius (1740–1815) war ein deutscher Dichter, Journalist und Redakteur, der vor allem in Wandsbek bei Hamburg wirkte. Bekannt durch Werke wie das „Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen“) und die Zeitung „Der Wandsbecker Bote“, vertrat er eine schlichte, biblisch verwurzelte Frömmigkeit, die von zeitgenössischen Aufklärern wie Goethe verspottet wurde. Heutigen Bibellesern vermitteln seine Verse ein unprätentiöses Gottvertrauen sowie die Mahnung zu menschlicher Demut und Schöpfungsverbundenheit.

Epoche: Erweckung & 19. Jahrhundert

Wiederkehrende Themen: Gott, Jesus & Heiliger Geist, Glaube & Vertrauen, Freude & Dankbarkeit, Demut & Stolz, Sinn & Identität, Ewigkeit & Hoffnung über den Tod, Bibel & Wort Gottes, Leid & die Frage nach Gott

Zitate von Matthias Claudius

Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

Matthias Claudius

Er, er macht Sonnaufgehen, er stellt des Mondes Lauf, er lässt die Winde wehen, er tut den Himmel auf. Er schenkt uns Vieh und Freude, er macht uns frisch und rot, er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.

Matthias Claudius

Wir brauchen jemand, der uns hebe und halte, weil wir leben, und uns die Hand unter den Kopf lege, wenn wir sterben sollen; und das kann Christus überschwänglich, nach dem, was von ihm geschrieben steht.

Matthias Claudius

Gott lass uns dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Lass uns einfältig werden, und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Matthias Claudius

Ich mache auch oft die Bibel zu und falte die Hände: dass die Menschen vor Gott so hoch geachtet und wert sind!

Matthias Claudius

Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land; doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.

Matthias Claudius

Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit; und alle Welt vergehet mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur Einer ewig und an allen Enden, und wir in seinen Händen.

Matthias Claudius

Etwas Festes muss der Mensch haben, daran er zu Anker liege, etwas, das nicht von ihm abhange, sondern davon er abhängt.

Matthias Claudius

So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott! mit Strafen, und lass uns ruhig schlafen! Und unsern kranken Nachbarn auch.

Matthias Claudius

Sollt' ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, was sein treues Herze regt; alles Ding währt seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit!

Matthias Claudius

Gerade da, wo die Philosophie scheitert und die Vernunft sich hinter den Ohren kratzen muss, wo man ein Sausen hört, aber nicht weiß, woher es kommt und wohin es fährt, gerade da vermute ich Gottes Finger.

Matthias Claudius

Tue das Gute vor dich hin und bekümmere dich nicht, was daraus wird.

Matthias Claudius

Gewiss lehret uns der Frühling Gott und seine Güte sonderlich, denn was so zu Herzen geht, muss aus irgendeinem Herzen kommen.

Matthias Claudius

Ich danke Gott und freue mich wie's Kind zur Weihnachtsgabe, dass ich bin, bin! Und dass ich dich, schön menschlich Antlitz, habe!

Matthias Claudius

Gottes Wege sind dunkel, aber das Dunkel liegt nur in unseren Augen, nicht auf seinen Wegen.

Matthias Claudius

Gott gebe mir nur jeden Tag, soviel ich darf zum Leben. Er gibt's dem Sperling auf dem Dach: wie sollt' er's mir nicht geben!

Matthias Claudius

Das Grab ist leer, das Grab ist leer! Erstanden ist der Held! Das Leben ist des Todes Herr, gerettet ist die Welt!

Matthias Claudius

Das innerliche heimliche Hinhängen, Wellenschlagen und Wünschen des Herzens, das ist nach meiner Meinung beim Gebet die Hauptsache.

Matthias Claudius

Wenn uns von guter Hand gesagt wird, dass kein Haar von unserm Haupt fällt ohne den Willen des Vaters, so kann man fest vertrauen, auch wo man ihn nicht versteht und bei seinen Wegen zu verlieren scheint.

Matthias Claudius

Es ist leicht zu verachten; und verstehen ist viel besser.

Matthias Claudius

Wenn wir Menschen ein angeborenes Verlangen nach Unsterblichkeit haben, so ist klar, dass wir, in der jetzigen Lage, nicht sind, wo wir sein sollten. Wir zappeln wie Fische auf dem Trocknen, und es muss irgendwo ein Ozean für uns sein.

Matthias Claudius

Ach alles, alles in der Welt ist Staub, wird bald zerrieben; was hoch und herrlich war, zerfällt, und nichts besteht als Lieben.

Matthias Claudius

Es sind im Menschen die Ruinen eines großen heiligen Wesens; und es gibt ein Glück für ihn, das der Rost und die Motten nicht fressen, und das die Welt mit all ihrer Herrlichkeit nicht geben und mit all ihrem Trotz nicht nehmen kann.

Matthias Claudius

Ein jedweder Mensch ist ein Abraham und hat ein gelobtes Land, das ihm verheißen ist.

Matthias Claudius

Es gibt Gedanken und Empfindungen, die auf fettem Boden nicht wachsen.

Matthias Claudius

Sorge für deinen Leib, doch nicht so, als wenn er deine Seele wäre.

Matthias Claudius

Es gibt Freundschaften, die im Himmel beschlossen sind und auf Erden vollzogen werden.

Matthias Claudius

Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her! Der Strohhalm und die Sterne, der Sperling und das Meer.

Matthias Claudius

Und all das Geld und all das Gut gewährt zwar viele Sachen; Gesundheit, Schlaf und guten Mut kann's aber doch nicht machen.

Matthias Claudius

Der Mensch verliert durch den Tod nur, was er nicht hatte, und was er hat, das bleibet ihm in Ewigkeit.

Matthias Claudius

Der Mensch hat einen Geist in sich, den diese Welt nicht befriedigt, der die Dorn und Disteln am Wege mit Gram und Unwillen wiederkäut und sich sehnet nach seiner Heimat.

Matthias Claudius

Ein Mensch, der wahre Gottesfurcht im Herzen hat, ist wie die Sonne, die da scheinet und wärmt, wenn sie auch nicht redet.

Matthias Claudius

Die Reden Christi sind ein Born, der nicht verlöscht. Wie man aus ihm schöpft, füllt er sich wieder an; und der folgende Sinn ist immer noch größer und herrlicher als der vorhergehende.

Matthias Claudius

Wir sind nicht groß, und unser Glück ist, dass wir an etwas Größeres und Besseres glauben können.

Matthias Claudius

Wo Christus ist, ist das gelobte Land.

Matthias Claudius

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, das die Gelehrten einbrocken, sondern ihn hungert nach etwas Anderem und Besserem, nach einem Wort, das durch den Mund Gottes geht.

Matthias Claudius

Ein jedes Geschöpf hat eine Spur von Gott an sich.

Matthias Claudius

Ich danke Gott mit Saitenspiel, dass ich kein König worden; ich war' geschmeichelt worden viel und war' vielleicht verdorben.

Matthias Claudius

Die Menschen tragen Ketten und sind Sklaven; aber sie sind nicht geboren es zu sein, und haben die Hoffnung nicht verloren, wieder frei zu werden.

Matthias Claudius

Vor Gott geht's göttlich her und nicht nach Stand und Würden.

Matthias Claudius

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Belege: literaturkritik.de, enotes.com, journalistikon.de, nordkirche.de

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