Bedenken Sie die moseische Befürwortung der Todesstrafe. Lässt sich diese auf dem Boden des Neuen Bundes rechtfertigen? Ja, in zweierlei Hinsicht. Erstens spricht Paulus in Römer 13,4 von den staatlichen Autoritäten, die „das Schwert nicht umsonst tragen“. Offensichtlich dient das Schwert nicht der Erziehung, sondern der Hinrichtung, und Paulus erkennt dieses Recht an. Paulus macht sich nicht die Mühe, eine ausführliche Liste der Verbrechen vorzulegen, die zu Recht mit dem Tod bestraft werden, aber das Recht selbst wird vorausgesetzt. Zudem gibt es die vormoseische Bestimmung, dass Mord ein Angriff auf das Bild Gottes und daher des Todes würdig ist (Gen 9,6). Mord als persönlicher Angriff auf Gott ist keine Vorstellung, die auf den Alten Bund beschränkt ist; er bleibt in jedem Zeitalter ein Kapitalvergehen.
— Fred Zaspel, Pastor, Theologe und Autor
Bibelstelle: ROM.13.4
Themen: Ethische Fragen, Bibel & Wort Gottes
Anlässe: Zum Nachdenken
Fred Zaspel
Fred Zaspel ist ein US-amerikanischer Theologe und reformiert-baptistischer Pastor in Pennsylvania, der zudem Systematische Theologie am Southern Baptist Theological Seminary lehrt. Bekannt ist er vor allem als Experte für das Werk von B. B. Warfield sowie als Mitgestalter der sogenannten New Covenant Theology. Bibellesern vermittelt er eine christozentrische Schriftauslegung, insbesondere der Psalmen, sowie Zugänge zur reformiert-evangelikalen Dogmatik.
Alle Zitate von Fred Zaspel (18)
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