[Die Furcht] ist Satans Waffe in der Hinterhand. Wenn die verlockenden Versuchungen nichts ausrichten, öffnet er seinen Köcher und schießt diese Pfeile ab, um die Seele in Brand zu setzen – wenn schon nicht mit Sünde, dann mit Schrecken. Wenn er eine Seele nicht lachend zur Hölle tragen kann durch den Betrug angenehmer Versuchungen, dann versucht er, sie trauernd in den Himmel gehen zu lassen durch diesen furchtbaren Angriff. Es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Satan im Begriff ist zu verlieren. Von dieser Art waren die Pfeile, die er auf Hiob abschoss. Als Gott dem Teufel erlaubte, seine Kunst zu erproben – warum versuchte Satan Hiob nicht mit einem goldenen Apfel des Gewinns oder des Vergnügens oder mit sonst einem Lockmittel? Gewiss hat das hohe Zeugnis, das Gott über Hiob abgab, ihn von diesen Wegen abgeschreckt. Satan blieb kein anderes Mittel als dieses.
— William Gurnall (1616–1679), Puritanischer Pastor
Themen: Angst & Sorge, Versuchung & Kampf
William Gurnall
William Gurnall war ein englischer puritanischer Geistlicher des 17. Jahrhunderts, der von 1644 bis zu seinem Tod als Pfarrer in Lavenham wirkte. Bekanntheit erlangte er durch sein umfangreiches Werk „The Christian in Complete Armour“ über die geistliche Waffenrüstung, geriet jedoch 1662 durch seine Anpassung an den staatlichen Act of Uniformity in Konflikt mit nonkonformistischen Puritanern. Heutigen Bibellesern bietet sein Werk eine detailreiche theologische und seelsorgliche Auslegung des Epheserbriefs zur Praxis von Gebet und geistlicher Wachsamkeit.
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