Eine Tages saß ich am Ufer eines Flusses. Ich holte aus dem Wasser einen runden Stein und brach ihn entzwei. Im Innern war er vollkommen trocken. Dieser Stein lag seit sehr, sehr langer Zeit im Wasser, aber das Wasser hatte ihn nicht durchdrungen. Mir kam der Gedanke, dass es sich mit den Menschen in Europa ähnlich verhält. Seit Jahrhunderten sind sie vom Christentum umgeben, aber das Christentum hat sie nicht durchdrungen, lebt nicht in ihnen.
— Sadhu Sundar Singh (1889–1929), Evangelist
Themen: Glaube & Vertrauen, Zeugnis & Mission
Anlässe: Zum Nachdenken
Sadhu Sundar Singh
Sadhu Sundar Singh (1889–1929) war ein indischer christlicher Wanderprediger, der im Gewand eines asketischen Bettelmönchs vor allem in Nordindien und der Himalayaregion wirkte. Er stand für eine von westlichen Konfessionen gelöste, kontextualisierte Glaubenspraxis und persönliche Mystik, sah sich jedoch im sogenannten „Sadhustreit“ der 1920er Jahre auch Zweifeln an der historischen Glaubwürdigkeit mancher seiner Wunder- und Reiseberichte ausgesetzt. Für Bibelleser veranschaulicht sein Wirken den Versuch einer nicht-kolonialen Inkulturation des Evangeliums sowie eine radikale Leidens- und Gebetsnachfolge.
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