Wir müssen nicht nur die Verfolgung fürchten oder jene Mächte, die im offenen Kampf umherziehen, um die Diener Gottes zu stürzen. Es ist leicht, sich vorzusehen, wenn die Gefahr offensichtlich ist... Mehr Grund zur Furcht besteht vor dem Feind, wenn er sich heimlich heranschleicht, uns durch den Schein des Friedens täuscht und auf verborgenen Pfaden voranrückt... Diejenigen, die er nicht in der Blindheit ihrer alten Wege halten konnte, führt er auf einen neuen Weg der Täuschung. Er reißt Menschen mitten aus der Kirche heraus, und während sie meinen, dem Licht nahe zu sein, stürzt er sie unerwartet in eine andere Dunkelheit.
— Cyprian von Karthago (200–258), Kirchenvater
Themen: Versuchung & Kampf, Kirche & Gemeinde, Weisheit & Erkenntnis
Anlässe: Zum Nachdenken
Cyprian von Karthago
Cyprian von Karthago (ca. 200–258) war Rechtsgelehrter, wurde um 248 Bischof im heutigen Tunesien und zählt zu den prägenden lateinischen Kirchenvätern der Frühkirche, der unter Kaiser Valerian das Martyrium erlitt. Er begründete eine einflussreiche Lehre über die Einheit der Kirche und das Bischofsamt, geriet jedoch wegen seiner zeitweisen Flucht vor Verfolgung sowie seiner Position im Ketzertaufstreit in schwere Konflikte. Für Bibelleser dokumentieren seine Schriften die seelsorglichen und theologischen Spannungsfelder der frühen Christenheit zwischen Verfolgungsdruck, Sakramentenverständnis und der Wiederaufnahme von Glaubensabgefallenen.
Alle Zitate von Cyprian von Karthago (6)
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