Sein dreimaliges Gebet um die Wegnahme des Leidens wurde nicht durch seine Befreiung davon beantwortet, sondern dadurch, dass er die nötige Gnade erhielt, es zu tragen – nicht bloß damit zu leben, sondern dafür dankbar zu sein. Wenn sein Dienst trotz dieser körperlichen Schwachheit so wirksam war, dann lag die überragende Kraft offenbar bei Gott und nicht bei ihm selbst. Solche Gebrechen wurden begrüßt... weil sie die Bedingung waren, unter der die Kraft des auferstandenen Christus durch ihn wirkte. Sie erinnerten ihn beständig nicht so sehr an seine eigene Unzulänglichkeit, sondern an die völlige Genüge Christi, in dem er sich gerade dann am stärksten wusste, wenn er persönlich am schwächsten war.
— F.F. Bruce (1910–1990), Bibelwissenschaftler
Bibelstelle: 2COR.12.9
Themen: Krankheit & Schwäche, Gnade & Erlösung, Glaube & Vertrauen
Anlässe: Trost, Ermutigung
F.F. Bruce
Frederick Fyvie Bruce (1910–1990) war ein schottischer Bibelwissenschaftler und Professor für biblische Kritik und Exegese an der Universität Manchester. Er verband historisch-philologische Forschung mit bibeltreuer Theologie, geriet jedoch wegen seiner Offenheit gegenüber modernen Strömungen und egalitären Positionen bei strengen Konservativen in die Kritik. Für heutige Bibelleser bleiben seine nüchternen Kommentare und Studien zur neutestamentlichen Geschichte eine wichtige Referenz zur historischen Kontextualisierung der Schrift.
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