Welche theologische Bedeutung hat die Strong-Nummer G1343 im Römerbrief?

Die Strong-Nummer G1343 steht im griechischen Grundtext für das Substantiv δικαιοσύνη (dikaiosynē), das im Deutschen meist mit „Gerechtigkeit“ übersetzt wird. Im Römerbrief des Paulus bildet dieser Begriff das theologische Rückgrat der gesamten Argumentation. Er beschreibt nicht primär eine moralische Eigenschaft des Menschen, sondern das rettende, beziehungsschaffende Handeln Gottes.

Der sprachliche Hintergrund im Grundtext

Um die Tiefe von dikaiosynē bei Paulus zu verstehen, muss man den hebräischen Hintergrund betrachten. Die Septuaginta (die altgriechische Übersetzung des Alten Testaments) verwendet dikaiosynē meist für das hebräische Wort tsedaqah. Im altorientalischen Denken ist Gerechtigkeit kein abstrakter, juristischer Maßstab, sondern ein Beziehungsbegriff. Es geht um die Treue zu einem Bund. Wenn Gott „gerecht“ handelt, bedeutet das, dass er seinem Bund und seinem Volk gegenüber treu bleibt und rettend eingreift.

Die theologische Dimension im Römerbrief

Paulus entfaltet in Römer 1,16-17 das Thema seines Briefes: Im Evangelium wird die „Gerechtigkeit Gottes“ (dikaiosynē theou) offenbart. Hier treffen verschiedene theologische Deutungsmuster aufeinander, die die Kirchengeschichte geprägt haben:

Praktische Konsequenzen für die Nachfolge

Für Paulus ist die durch G1343 beschriebene Gerechtigkeit kein theoretisches Konstrukt. In Römer 14,17 schreibt er: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit (dikaiosynē) und Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Die geschenkte Beziehung zu Gott führt direkt in eine neue Praxis des Zusammenlebens in der christlichen Gemeinschaft, die von Versöhnung, sozialer Gerechtigkeit und dem Abbau von Barrieren geprägt ist.

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